Lebendiges Hochmittelalter im Oberpfälzer Jura zwischen Sulz und Weißer Laber:
Die Templerburg Sternberg und der Bergbau im Silberholz

 

© Dr. Werner Robl, Berching, 19. und 20. Januar 2019

 

 

 Teil 1: Die untergegangene Templerburg Sternberg

 

Der Templerorden ist im Allgemeinen gut bekannt. Es handelt sich um jenen Ritterorden, der in den knapp 200 Jahren seiner Existenz, zur Zeit der Kreuzzüge zwischen 1118 und 1312 n. Chr., mit einer neuen Kreatur, dem stände-sprengenden "miles et monachus" (Mönchsritter) in Europa wie in Palästina einen kometenhaften Aufstieg hinlegte. Am Ende wurde er gerade deshalb, wegen seiner Machtfülle und Intriganz, gewaltsam wieder zerschlagen, seine Mitglieder z. T. ermordet. [Link] [Link]

Weitaus weniger bekannt ist, dass sich der Templerorden nach 1167 für einige Jahrzehnte auch im Bereich der heutigen Nordwest-Oberpfalz niederließ und dort zwar spärliche, aber durchaus vernehmbare Spuren hinterließ.

Der einzige Historiker von Format, der je über die Niederlassungen des Templerordens zwischen Sulz und Schwarzer Laber nachgedacht hat, ist der einstige Hofmarkbesitzer von Deining, Freiherr Felix Adam von Löwenthal (1742-1816). Der Rechtsgelehrte der mit dem Decknamen "Ephorus" dem berühmt-berüchtigten Illuminatenorden angehörte, veröffentlichte im Jahr 1805 unter dem Namen seines Sohnes "Johann Nepomuk von Löwenthal" die "Geschichte des Schultheißenamts und der Stadt Neumarkt auf dem Nordgau oder in der heutigen obern Pfalz" in Buchform. Hätten wir nicht dieses Werk, so wüssten wir heute rein gar nichts über die einstigen Aktivitäten des Templerordens in unserer Umgebung. So aber lesen wir ab Seite 103 unter dem Stichwort "Tannbrunn" Folgendes:

Um es kurz zu machen:

Dem Templerorden nachzuforschen, ist grundsätzlich schwer, denn nach der gewaltsamen Entmachtung des Ordens im Jahr 1312 n. Chr. und seiner sukzessiven Vertreibung aus dem Herzogtum Bayern, die unter den Wittelsbacher-Herzögen schon mehr als 70 Jahre vorher begann, wurden fast alle zugehörigen Dokumente, vor allem die besitzanzeigenden, vernichtet. So war es nur mündliche Tradition, die über Jahrhunderte hinweg die Kunde von den Templern weitertransportierte. Der Freiherr von Löwenthal verfügte, da er bei Land und Leuten bestens eingebunden war und in allen Dörfern seiner Hofmark Erkundigungen einziehen konnte, über entsprechende Informationen.

Da es sich später viele Historiker leicht machten und von Löwenthals Angaben zu den Templern entweder ignorierten oder seine Angaben als "veraltert" oder "nicht beweisbar" diskreditierten, kamen wir nicht umhin, uns in einem umfangreichen Quellen- und Milieustudium ein eigenes Bild zu machen und den Fragen der Templer-Ansiedlung auf dem Nordgau im 12. Jahrhundert mit eigenen Hilfsmitteln nachzugehen. Dabei gelang es nicht nur, den eigentlichen Grund dieser Ansiedlung zu klären, sondern auch die beteiligten Akteure dingfest zu machen: Es waren vor allem Burggraf Heinrich III. von Regensburg aus der Familie der Pabonen und Herzog Welf VI., welche noch kurz vor dem Aussterben ihrer Adelshäuser versuchten, mit einem Kordon von Templer-Kommenden der rigorosen Reichsland-Akquisition des Stauferkaisers Friedrich I. Barbarossa im Norden Bayerns ein Ende zu setzen. Wer sich näher mit den dazugehörigen Details beschäftigen will, kann sich hierzu auf unserer Homepage reichlich bedienen. Die wichtigsten, z. T. sehr umfangreichen Arbeiten findet man hier: [Link] [Link] [Link] [Link]

Im Rahmen der genannten Arbeiten sind wir u. a. den von Löwenthal genannten Standorten zwischen Sulz und Laber nachgegangen, haben dazu etliche zusätzliche Indizien für die einstige Anwesenheit des Ordens beigebracht und und sind am Ende hinter den raffinierten Plan der Wittelsbacher gekommen, nach 1312 n. Chr. einen Großteil des frei gewordenen Templerbesitzes auf dem Nordgau dem Reichskloster Waldsassen einzuverleiben, also einer weit entfernt liegenden klösterlichen Institution, die mit dem Haus Wittelsbach kollaborierte.

Ein solcher Umweg war allerdings nötig, denn selbst ein König und Kaiser wie Ludwig der Bayer (1282-1347) wäre nicht im Stande gewesen, das "bonum ecclesiasticum", d. h. das exempte Kirchengut der Templer nach der Definition des Wormser Konkordats, von sich aus zu säkularisieren bzw. dem Reichsgut oder dem wittelsbachischem Herzogsgut zuzuschlagen. Daher der Umweg über Waldsassen, daher die vielen Kirchenpatronate in der Westoberpfalz, die in dieser Zeit zu diesem Reichsstift gehörten und damit dem lokalen Adel, so lange er auch vor Ort gewesen sein mochte, vorenthalten wurden. Freiherr von Löwenthal hatte also recht, wenn er davon sprach, die Burgen und Rittergüter seien "durch obige Mönchsstiftungen aus ihrer alten Verfassung verdrängt" worden - mit der kleinen Einschränkung, dass die Burg Thannbrunn, auch der Nachbarort Thann sich nicht auf die Templer, sondern auf das Ries-Kloster Auhausen bezogen.

Mit anderen Worten:

Selbst wenn die Sprache des Historikers von Löwenthal heute für akademische Ohren altmodisch und unwissenschaftlich klingt, selbst wenn sich durch den eingeschränkten Wissensstand seiner Zeit in seiner Aufstellung der eine oder andere kleine Irrtum eingeschlichen hat, so hatte Felix Adam von Löwenthal doch mit seiner oben wiedergegebenen Stellungnahme zu den Templer im Wesentlichen recht!

Seit die letzten Zweifel an seiner Sicht der Dinge gewichen sind, hat sich unser eigenes Heimatbild stark geändert:

Wann immer wir in das weite, nahezu unbesiedelte Land zwischen Thannbrunn und Batzhausen kommen, weht für uns der Wind der großen Geschichte über die Fluren - und er weht insofern stark und unbehindert, weil keine moderne Struktur, keine Industrieanlage, kein Massenverkehr o. ä. den Blick trübt. So karg die Landschaft auch sein mag, es ist ein wunderschönes, intaktes Stück des alten, vergangenen Bayern! Und mit einigermaßen geschultem Blick ist noch immer erkennbar, was hier die Pabonen und der von ihnen ins Land geholte Templerorden in den wenigen Jahrzehnten seines Verbleibens an agrarischer Kultur hinterlassen hat.

Einige offenen Fragen hat unsere bisherige Nachforschung dennoch hinterlassen:

So ist uns z. B. bis jetzt noch nicht gelungen, den Standort jener zentralen Kloster- oder Ritterburg zu definieren, von der aus die Templer ihre weitläufigen Ländereien zwischen Weißer und Schwarzer Laber überwacht und organisiert haben. Dass von einer solchen Anlage kein steinernes oder sonstiges Substrat die Zeiten überlebt hat, ist klar: Die Wittelsbacher haben bei ihrem Zerstörungswerk, was ehemaligen Templer- und Pabonenbesitz anbelangt, nicht nur hier, sondern auch anderswo ganze Arbeit geleistet.

Nichtsdestoweniger muss wenigstens eine Turmburg als Zentrale der einstigen Templer-Kommende existiert haben.

In diesem Sinn hat sich allerdings nicht der Freiherr von Löwenthal als erster geäußert, sondern der 1987 verstorbene Heimatforscher und Ehrenbürger von Deining, Walter Schimek.

Wegen dieses Mankos haben wir uns im Januar 2019 erneut auf die Suche gemacht und am Ende einen alternativen Standort gefunden, an dem u. E. ab dem letzten Viertel des 12. Jahrhunderts eine Templerburg als Ordenszentrale gestanden haben könnte - ungeachtet dessen, dass es dazu nicht den geringsten schriftlichen Hinweis gibt.

Es handelt sich um den sogenannten Kastelstein mit 591 m Höhe über NN, ca. 2 km nordöstlich von Thann und östlich von Pirkach gelegen. Das Dolomitriff des Kastelsteins hat die Erosion von Jahrhunderttausenden überdauert; es gehört heute zum 770 m weiter nördlich und tiefer gelegenen Ort Sternberg, der bis ins 19. Jahrhundert hinein aus nur 3 Höfen bestand. "Kastelstein" ist der offizielle Flurname, dem Urkataster zufolge mindestens 200 Jahre alt. Die Einheimischen sprechen von "Gosl-Stoa", mitunter schieben sie eine Silbe ein: "Guselmoo-Stoa", was noch urtümlicher klingt.

Warum dieser Berg und seine unmittelbare Umgebung nach mittelalterlicher Templer-Geschichte "riechen", wollen wir im Folgenden dem Leser dieser Seite deutlich machen. Trotz der Dokumentenlosigkeit der Epoche nähern wir uns Schritt für Schritt unserem Ziel, mit Inspektion und Analyse einer alten Flurkarte und mit Analogieschlüssen aus der allgemeinen Regionalgeschichte.

Anschließend laden wir den Leser dazu ein, mit uns zu einem bebilderten Rundgang rund um den Kastelstein aufzubrechen.

 

Doch ehe es soweit ist, beginnen wir mit einer Analyse der Flurformen, wie sie im königlich-bayerischen Urkataster aus der Zeit um 1820 noch erhalten sind. Diese im Internet frei erhältliche Urkarte Bayerns [Link] gibt in großen Anteilen noch die frühen Rodungsflächen und Parzellierungen wieder und ist deshalb ein hervorragendes Hilfsmittel bei der Rekonstruktion mittelalterlicher Siedlungsgeschichte.

Auf folgendem Kartenausschnitt erkennt man, dass um 1820 zu Füßen des waldigen Kastelstein, hier geschrieben als "Gasthel Stein", der Weiler Sternberg mit seinen 3 Höfen inmitten von Äckern und Feldern lag - auf einem halbrund begrenzten Plateau über der Weißen Laber und dem Alfalterbach, das den Namen "Restberg" trug.

Auf diese Fluren von Sternberg konzentrieren wir uns, denn nur dort kann im 12. Jahrhundert jener Schwaighof gelegen haben, der zum wirtschaftlichen Betrieb einer Burg auf dem nahen Kastelstein unabdingbar war.

Als Erstes fällt auf, dass die Gemarkung Sternberg nicht das ganze Plateau füllt, sondern dass im Osten des Weilers quer über das Plateau - von uns rot markiert - eine relativ gerade Gemarkungsgrenze verläuft, und östlich davon bereits die kleinteiligeren Feld- und Ackerfluren von Großalfalterbach beginnen. Da sich derartige Gemarkungsgrenzen bei alten Orten über die Jahrhunderte hinweg nur selten ändern, entnehmen wir hieraus die Information, dass die Urrodung von Alfalterbach der von Sternberg vorausgegangen sein muss und ursprünglich das ganze halbrunde Plateau von Sternberg eingeschlossen hat. Wäre es umgekehrt gewesen, so hätte die Urrodungsfläche von Sternberg sicherlich das gesamte Plateau umfasst und nicht nur 2 Drittel davon, eben den Restberg. Was das benachbarte Dorf Alfalterbach anbelangt, so hätte es bei einer späteren Gründung nicht nötig gehabt, sich über einen Engpass nach Osten auszudehnen, wenn dort schon ein Siedlungskern bestand, da im Westen weitaus besser geeignete Flächen zur Verfügung gestanden hätten.

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Darstellung!

Wann aber wurden die Fluren von Alfalterbach gerodet, um einer künftigen Dorfgemeinde als Anbaufläche zu dienen - und von wem?

Zur Beantwortung dieser Fragen hilft ein Blick in die mittelalterlichen Quellenwerke:

Ziemlich genau im Jahr 976 n. Chr. hat Kaiser Otto II. (955-983) die Herrschaftsverhältnisse im Herzogtum Bayern grundsätzlich neu geordnet, nachdem er endlich die Aufstände Herzog Heinrich des Zänkers niedergeschlagen hatte. [Link] In diesem Zusammnhang wurde sehr viel Reichsland auf dem Nordgau als Lehen oder Schenkung an neue, loyale Adelsgeschlechter vergeben, unter Entmachtung und Vertreibung der alten, aufständischen.

Auf dem rechten Ufer der Weißen Laber betraf dies vor allem das Land des späteren Waltersberg. Wiltrud (ca. 910-995), die Gattin des längst verstorbenen Herzogs Berthold (ca. 900-947), hatte nach dem Tod ihres Mannes viele Domänen an den mit ihrem Sohn Heinrich konkurrierenden "Zänker" verloren. Im Jahr 976 n. Chr. erstattete ihr nun Kaiser Otto II. einen Teil des verlorenen Gutes zum eigenen Nießbrauch zurück, allerdings unter der Bedingung, dass dieses Gut "entpolitisiert" würde. Wiltrud willigte in das vorgeschlagene Modell ein, gründete dazu in Absprache mit dem Kaiserhof bei Neuburg das Kloster Bergen und trat dort selbst als erste Äbtissin ein. Dafür erhielt Wiltrud bzw. der von ihr gegründete Benediktinerinnen-Konvent umfangreiche Ländereien im Schwalbfeldgau, im Sulzgau (u. a. in Bachhausen, Rocksdorf, Kruppach) und im Nordgau. Dazu gehörte auch das Territorium von Waltersberg, rechts der Weißen Laber. Die Vogtei über dieses Klosterneuland erhielten Pabonen-Agnaten. Über die Kaiser-Schenkung hat sich sogar eine Urkunde erhalten: Im Jahr 1028 n. Chr. bestätigte der römisch-deutsche König Konrad II. dem Kloster diese Starthilfe, wobei das übertragene Land ausdrücklich als Eigentum, d. h. als Resultat einer Schenkung, und nicht etwa als einziehbares Reichslehen ausgewiesen wurde. [Link] Wenig später wurde in Waltersberg eine Propstei, also eine Zweigniederlassung des Klosters Bergen, gegründet.

Genau im selben Jahr 976 n. Chr., in dem von Kaiser Otto II. nicht nur das Kloster Bergen bedacht, sondern z. B. auch das Bistum Prag aus dem Regensburger Diözesanverband ausgelöst und zum eigenständigen Bistum erhoben wurde, wurden auch die Pabonen, welche als ehemalige Ostfranken bzw. Früh-Babenberger zuletzt bei Kühbach an der Paar eine Grafschaft versehen hatten, in eine hohe Machtposition in Regensburg gehoben. Sie erhielten nicht nur die eminent wichtige und einträgliche Burggrafschaft von Regensburg übertragen, welche sie in der Folge über 200 Jahre innehatten, sondern auch die künftigen Stammburgen Riedenburg an der Altmühl und Stefling am Regen, wozu wenig später auch die Landgrafschaft des östlichen Nordgau kam, welche bis nach Eger hinaufreichte (mit Sitz in Stefling), sowie die Landgrafschaft auf dem Kels- und Sulzgau (mit Sitz in Riedenburg) und die Verwaltung der gesamten Westmannmark (zu beiden Seiten der Schwarzen Laber). In diesen Gegenden, wozu nun auch das Land zwischen den beiden Laber-Flüssen zählt, hielten die Regensburger Burggrafen schon von Anfang an, wohl ebenfalls aus Schenkungen des Kaiserhauses heraus, reichlich eigenen Landbesitz.

Dass dazu auch die Gemarkungen Groß- und Kleinaffalterbach - im Mittelalter als Einheit Alfalterbach genannt - gehörten, dessen sind wir uns sicher. Wie sonst würde es sich erklären, dass schon im Jahr 1054 n. Chr. Werner von Prunn aus der Familie der Riedenburger Pabonen in Großalfalterbach eine Kirche gründete, die nach 1063 n. Chr. von Bischof Gundekar von Eichstätt geweiht wurde? Warum sonst sollte ein dortiger Ortsministeriale des Jahres 1157 n. Chr. den pabonischen Leitnamen "Altmann", und ein weiterer des Jahres 1259 n. Chr. in Analogie zu Werner von Prunn den Namen "Werner von Alfalterbach" tragen? [HAB Neumarkt, 36]

Im Übrigen weisen wir darauf hin, dass sich zwischen Thann und Dietersberg ein tiefer Graben befindet, der mit seinem Quellbach hinab zur Weißen Laber zieht. Dieser Graben trägt seit undenklichen Zeiten den ungewöhnlichen Namen "Bolitz-Graben" (inkl. der "Boliz-Wiesen" des Urkatasters) - ungewöhnlich deshalb, weil es sich hier um einen alt-slawischen Namen in einer Gegend handelt, welche nachweislich nie slawisch besiedelt wurde. Der Name "Bolitz" ist jedoch bei Burg- und Landgraf Otto I. von Regensburg, aus der Familie der Pabonen als Beiname (Kriegs- oder Ehrenname) nachweisbar. Eine Tradition von St. Emmeram aus dem 12. Jahrhundert weist diesen "Otto cognomento Bolitz" aus, wobei "Bolitz" oder slaw. "bolice" das slawische Lehnwort zu ahd. "bolz(o)" = Bolzen (z. B. einer Armbrust) darstellen könnte. [Vgl. Pez Thesaurus anecdot. I, Codex I, 3, S. 138, auch Buat: Origines Boicae, Buch 4, S. 221] Land- und Burggraf Otto I. hatte sich in der Tat wie sein Sohn Otto II. mit Invasionen der Böhmen auseinandersetzen müssen, was ihm diesen Beinamen verschafft haben kann. Allein dieses Namens-Unikat bei einem Seitental der Laber belegt für uns die Präsenz der Pabonen bei Thann und Sternberg, speziell für das 12. Jahrhundert.

Halten wir deshalb als Zwischenergebnis fest:

Als der erste Hof von Sternberg gegründet und seine Gewannfluren festgelegt wurden, geschah dies nicht auf gänzlich ungerodetem Land, sondern auf einem Land der Riedenburger Pabonen, das wahrscheinlich von einer Königs- oder Kaiserschenkung herrührte und schon zuvor für eine Dorfgründung erschlossen worden war. Diese Übertragung war übrigens nicht die einzige dieser Art in der Gegend, denn auch das nahe Harenzhofen oder Krappenhofen war auf diese Weise an die Pabonen gefallen. Schon bei der Gründung von Alfalterbach war das Plateau von Sternberg urbar gemacht worden, wenigstens im östlichen Anteil.

Erinnern wir uns nun auf den eingangs vorgestellten Satz des Freiherrn von Löwenthal:

 "Diese Riedenburger ... hatten Güter in der Gegend von Thannbrunn. Sie trugen demnach ihr Scherflein zusammen und lockten auch anderen Rittern ... und besonders ihren Vasallen das Vermögen ab, um ... eine Kommende für die Tempelherren zu errichten."

Wir zitieren diesen Satz bewusst lückenhaft, denn in diesen Lücken erwähnte Felix Adam von Löwenthal Geschlechter, die zwar alle pabonischer Abstammung waren, aber erst nach den Riedenburger Grafen lebten, was der Deininger Freiherr zu seiner Zeit nicht wissen konnte. Auch den Sitz der Templer-Kommende in Thannbrunn lassen wir weg, weil wir diesen inzwischen dort nicht mehr sehen.

Das Grundgerüst dieses Satzes aber stimmt, es stimmt uneingeschränkt, aber wir beziehen es jetzt auf Sternberg und den Kastelstein: Er erscheint uns ziemlich sicher, dass spätestens in den Jahren nach 1167 auf dem Kastelstein, einem pabonischen Eigenbesitz aus früher Zeit, die Zentralburg der künftigen Templer-Kommende unter dem Namen "Sternberg" als frei stehende Turmburg entweder neu errichtet oder von den Pabonen übernommen wurde. Schon zuvor aber muss aus logistischen Gründen ein großer Schwaighof zu Füßen der Burg eingerichtet worden sein, dessen Ort noch heute den Namen "Sternberg" trägt.

Hierzu die Liste der von uns gesammelten Indizien:

Dies sind unsere Argumente und Indizien, die für die einstige Templerburg Sternberg auf dem Kastelstein sprechen und diese u. E. so gut wie "wasserdicht" machen.

Erst mit den in der Neuzeit geschaffenen, zusätzlichen Fluren des Rieshammertals und des Dreilands war zusammen mit Erweiterungen und Ergänzungen der Altfluren die landwirtschaftliche Nutzfläche von Sternberg auf über 120 ha oder 350 TW angewachsen. Nun konnte man den Vollhof der Gründerzeit, der zuletzt "Hansengut" genannt wurde (was auf  einen gewissen Johann als Vorpächter hinweist), in 2 Halbhöfe oder Huben zu je 35 ha bzw. ca. 100 TW teilen und dazu noch einen Dreiviertelhof von ca. 50 ha oder 146 TW (genannt "Stadlhof", "beim Tischner") zusätzlich schaffen. Als solche sind diese drei Höfe bis zur Gründung des Königreichs Bayern im Jahr 1806 dem  Kastenamt Waltersberg-Sternberg gegenüber zinspflichtig gewesen. Bei diesem Amt handelte es sich zuletzt um eine reine Wirtschaftseinheit, in deren Kasten der Zehente der vormals kloster-bergischen Untertanen gesammelt wurde. Zuvor waren per Dekret die niedrige Gerichtsbarkeit an das Amt Holnstein und die hohe Gerichtsbarkeit an den kurfüstlich-bayerischen Schultheiß von Neumarkt übertragen worden.

Soweit in aller Kürze  zur späteren Entwicklung des Gutes Sternberg.

Heute ist nach erfolgter Flurbereinigung von der alten Dreiteilung nichts mehr erhalten, und es findet sich in Sternberg-Mitte erneut nur ein einziger Hof mit Wirtschaftsbetrieb. Damit sind nahezu wieder die Verhältnisse der Gründerzeit erreicht, wobei wegen deutlich reduzierter Insassenzahl im Vergleich zu 1200 nun ein Gewinn erwirtschaftet werden kann, der damals, zur Zeit reiner Handarbeit, noch deutlich geringer ausfiel.

Es ist aber sehr erfreulich, dass sich um den Kastelstein herum noch heute in größerer Zahl jene wunderschönen Feldterrassen und Staffelfluren mit ihren mauerartigen Rainen erhalten haben, die in ihrer Vielgliedrigkeit der ganzen Landschaft ein mittelalterliches Gepräge geben. Ihren kulturhistorischen Wert kann man nur ermessen, wenn man bedenkt, dass es sich hierbei um Produkte reiner Handarbeit handelt, durchgeführt von Bäuerinnen und Bauern mit ihren Ochsen- und Pferdegespannen, von Mägden, Knechten und Kindern, mithin von Menschen, deren durchschnittliche Lebenserwartung bei maximal 32 Jahren lag!

 

Ausgestattet mit diesem Hintergrundwissen ist es dem Leser dieser Seite nun möglich, mit uns zu einem Bilder-Rundgang beim Kastelstein zu starten. Denn am Sonntag, den 20. Januar 2019, einem ebenso sonnigen wie kalten Tag, hatten wir erstmals die Gelegenheit, das Land fotografisch zu dokumentieren. Wir konnten bei gefrorenem Boden, leichter Schneelage und sehr guter Bodensicht (wegen des blattlosen Aufwuchses) speziell die Strukturen des Kastelstein hinreichend in Augenschein nehmen.

Ehe wir aufbrechen, zeigen wir einige Kartenübersichten, um dem Leser eine erweiterte Übersicht zu verschaffen:

Folgender Kartenausschnitt aus der Topographischen Karte Bayerns (Maßstab 1:50 000) wurde von uns mit dem lasergestützten Bodenprofil überlagert, um das Massiv der Dolomit-Schollen über der Jurahochfläche plastischer darzustellen.

Gut erkennbar ist in Bildmitte oben das 591 m hohe Massiv des Kastelstein, mit seinem südwestlichen Halbring an Hochweiden, die wenigstens zum Teil noch aus der Gründerzeit des Gutes Sternberg (oben im Bild) stammen. Hinzu kamen später im Westen die etwas abgetreppten Fluren Rieshammertal und Dreiland. Der Berg im Osten mit der Hochflur "Auf der Richt" (d. h. auf der Rodnung) hieß laut einer Karte von 1815 "Mayberg", wohl verballhornt "Maisberg", wobei "Mais" nicht auf die erst im 16. Jhd. importierte Nutzpflanze, sondern wie das Wort "Richt" auf die Urrodung hindeutet, nach ahd. "maizan" =  hauen, abhacken, fällen. Dieser Berg gehörte nicht zum Sternberg, sondern zur Gemarkung Großalfalterbach, beides heute innerhalb der Großgemeinde Deining. Südlich davon erkennt man den Sporn des kleineren Geisbergs (576 m), nach dem 1815 der ganze Tafelberg genannt wurde, und etwas abgesetzt davon das sogenannte Silberholz (574 m). Beide, sowohl das südliche Promontorium des Geisbergs als auch der Hauptanteil des Silberholzes, gehören heute zur Großgemeinde Berching, einst jedoch zu Dietersberg und Thann (links unten im Bild). Dem Silberholz haben wir den zweiten Teil dieser Bilderreise gewidmet. Gerade noch am linken oberen Bildrand ist die Gemeinde Waltersberg und das Labertal mit der Sippelmühle erkennbar; beide gehörten zum Nachlass Herzog Bertholds, der 976 n. Chr. an das Kloster Bergen fiel.

Es folgt ein etwas größerer Kartenausschnitt mit dem von uns nachträglich profilierten Satellitenbild aus dem Bayern-Atlas. Es ist gut erkennbar, dass die Hochfluren "Steinäcker" und "Rieshammertal" heute vom Feldbau geprägt sind. Im Zeitalter der Bodendüngung ist dies möglich, im Mittelalter waren hier nach Auflösung der Waldweideflächen nur Magerwiesen möglich, da hier die deckende Alblehmschicht über der obersten Dolomitpaltte äußerst dünn war (daher auch der Flurname "Steinäcker"). Weitaus fruchtbarer und tragfähiger sind die lehmigen Böden um das einstige Gut Sternberg herum, auf dem sogenannten Restberg. Hier zeigt die Sicht aus dem All am linearen Feldverlauf noch deutlich die einstige Demarkationslinie der Gemarkungen Sternberg und Großalfalterbach.

Es folgt im Satellitenbild das Areal des Kastelstein aus etwas größerer Nähe, nunmehr ohne Überprojektion mit dem Höhenprofil. Der eigentliche Standort des Kastelsteins ist mit einem roten Punkt markiert. Die Nummerierung entspricht derjenigen der nachfolgenden Bilder und gibt dem Betrachter die Möglichkeit, mit Hilfe des Bildes den jeweiligen Aufnahmestandort nachzuvollziehen.

 

Wir beginnen unseren Winterspaziergang bei Punkt 1, am Waldrand südlich von Sternberg. Die folgende Aufnahme zeigt den Blick nach Norden. Wegen aktueller Bebauung (links im Vordergrund ein Aussiedlerhof) ist vom alten Gut Sternberg leider so gut wie nichts zu sehen. Es besteht jedoch ein weiter Fernblick, der fast bis hinauf zur Hochebene von Döllwang (mit einem einstigen Templergut), nach Deining und in die Quellregion der Weißen Laber bei Voggenthal reicht.

Wenn man den Blick nach Westen wendet, erkennt man im Vordergrund den bewaldeten Talgrund der Weißen Laber. Die Sippelmühle und der dazugehörige Campingplatz ist naturgemäß nicht zu sehen. Im Hintergrund erstrecken sich die westlichen Jurahöhen.

Nach kurzem Anstieg gelangt man zu Punkt 2. Zur Rechten öffnet sich die ur-gerodete Hochflur "Steinäcker". Über die schneebedeckte Fläche gleißen uns die Strahlen der flach stehenden Mittagssonne entgegen.

Wenn man den Blick nach Osten wendet, öffnet sich der Blick auf eine Waldwiese, die sicherlich schon relativ früh gerodet wurde. Wäre ihre Distanz zum Kastelstein nicht zu groß, könnte man in ihr den ehemaligen Burganger vermuten. Da aber dieses abschüssige Terrain weder als Lager- noch als Turnierplatz geeignet ist, wird es doch von Anfang an eine Weide im Hangwald gewesen sein.

Im Osten und Süden der Wiese, zum Berghang hin, folgen im Wald schöne Hangterrassen, fast bis hinauf zum Kastelstein. Das folgende ALS-gestützte Bodenprofil zeigt mit seiner Plastizität besser als jede Fotografie, wieviel Fleiß und Kraft die frühen Siedler am Sternberg aufwenden mussten, um diese gestaffelten Waldfluren zu schaffen. Ob hier einst Feldbau oder Obstkultur betrieben wurde, ist uns nicht klar; die reine Nordlage spricht eher gegen eine solche Nutzung.

Wir kommen zu Punkt 3. Von hier aus hat man einen schönen Blick zum südöstlich gelegenen Dolomitriff mit seiner tageliegenden, bereits stark verwitterten Feldsgruppe, die als natürliche Barriere einem feindlichen Angriff getrotzt hätte. Dies war allerdings noch nicht der Standort der einstigen Turmburg "Sternberg". Den eigentlichen Kastelstein erkennt man als höchsten Punkt der Bergkette links im Hintergrund.

Wir gehen weiter hinauf, um uns dem Kastelstein von der flacheren Rückseite her zu nähern. Ehe wir von der hinaufziehenden Forststraße nach Osten abbiegen, fällt der Blick zurück durch die Bäume auf die einstige Bergweide namens "Steinäcker".

Bei ca. 170 m Luftlinie Distanz erreichen wir auf etwas geschwungenem Waldweg den höchsten Punkt des Massivs, den eigentlichen Kastelstein. Schon auf den ersten Blick hin wird klar, dass hier in der Tat einst ein größerer Turmbau gestanden haben muss, der inzwischen komplett abgetragen ist. Dafür spricht nicht nur, wie bereits erklärt, der Name des Berges "Kastelstein", sondern auch seine Disposition im Gelände, das zu drei Seiten an dieser Stelle abfällt, vor allem aber die auffallende Rundung der Kuppe, die nur von Menschenhand geschaffen worden sein kann. Dieses Bild der gerundeten Kuppe im Hangwald erkennt man jedenfalls ähnlich bei einer ganzen Reihe von pabonischen Burgställen der Umgebung, z. B. bei den Burgställen Oberweidenwang, Röschberg, Hoher Brunnen, das Gutser Schloss östlich von Berching, aber auch bei den Burgställen Reichartsberg, Frickenhofen und Wappersdorf, die u. U. selbst in Zusammenhang mit den Templern stehen.

Bei dieser Situation bleibt es völlig unverständlich, dass die einstige Funktion dieser Kuppe noch keinem aufgefallen ist, zumindest keinem Heimatforscher, der darüber publiziert hätte. Die etablierte Burgstall-Literatur der Region, z. B. von Heribert Rädle oder Franz Xaver Buchner, erwähnt den Kastelstein mit keinem Wort.

Es folgt zunächst der Blick zum Kastelstein alias Sternberg von Südwesten her...

... dann der Blick von der Kante des Burghügels nach Osten.

Im Nordost-Bereich der Kuppe befindet sich ein mächtiges Dolomit-Riff, das hier eine natürliche Barriere darstellt und einst möglicherweise fortifikatorisch genutzt war. Zugerichtete Steine erkennen wir hier unter der Schneeauflage nicht. Das Riff selbst ist auf der Wetterseite stark zerklüftet, auf der Ostseite jedoch auffallend glatt. Ober das nur ein Phänomen unterschiedlicher Verwitterung darstellt oder ein Artefakt aus Menschenhand ist, müssen wir offen lassen.

Stellenweise wirkt das Riff wie eine gemörtelte Burgmauer, was natürlich nicht der Fall ist, an anderer Stelle wie eine künstlich geglättete Wand (nachfolgendes Bild mittig und rechts).

Vom Gipfel des Kastelsteins fällt der Blick nach Nordwesten, auf die vorgeschaltete Felsgruppe, die bereits oben abgebildet war.

Nach Norden fällt der Berg steil ab, was die folgende Aufnahme wegen der fehlenden Raumwirkung nur ungenügend wiedergeben kann. Eine Eroberung der Burg wäre von diesem Steilhang aus sicher nicht möglich gewesen.

Wir verlassen den eindrucksvollen Berg nach Süden, wo der Bergfuß relativ flach ausläuft. Es ist gut möglich, dass hier ursprünglich nach einer weiteren, das Burgareal begrenzenden Riffbarriere ein Halsgraben bestand, der aber neuzeitlich aufgefüllt wurde, um den landwirtschaftlichen Fahrzeugen die Zufahrt zum angrenzenden Wiesenland "Auf der Hut" zu ermöglichen.

Zunächst der Blick zurück zum vermuteten Burgenstandort auf der höchsten Kuppe.

Nach einer Blickwendung von 180° nach Süden erkennt man eine weitere, vergleichsweise schmalere und flachere Riffwand und dahinter den doppelgleisig durchziehenden Waldweg, der wahrscheinlich auf dem verfüllten Halsgraben liegt. Rechts im Hintergrund schimmert die beschneite Hochflur "Steinäcker" durch, links die Hochflur "Auf der Hut", eine völlig ebene Fläche, vermutlich der einstige Burganger, jenseits des Halsgraben.

Die Vielgliedrigkeit der Alt-Flur "Auf der Hut"  im Urkataster, mit ihren fast bizarr wirkenden Einzelflächen, spricht für eine sehr frühe, mit dem Burgenbau möglicherweise gleichzeitige Entstehung und für eventuelle Zusatzfunktionen, deren Art und Bedeutung uns heute entgehen. Alles in allem scheint hier die älteste Rodungsfläche vorzuliegen, da ja zum Burgenbau neben den Steinen, die man wahrscheinlich unter Ausbildung des Halsgrabens vor Ort brach, auch eine Menge Bauholz für einem umgebenden Palisadenring und Beigebäude benötigt wurde. Die vermutete Lage des einstigen Halsgrabens ist in folgendem Kartenausschnitt als blaue Zone eingezeichnet.

Die letzten Zweifel daran, dass der Kastelstein ein von Menschenhand hergerichteter Burgenplatz war, schwinden, wenn man nachfolgend das hoch auflösende und doppelt kontrastverstärfte Laser-Bodenprofil des Berges betrachtet. Da es sämtliche organische Substanz subtrahiert und ausschließlich festen Mutterboden abbildet, kommen gerade im Waldbereich mit seinem humosen Blatt- und Nadelbelag, der bei der Blickkontrolle alle Konturen verwischt, Strukturen zum Vorschein, die mit dem bloßen Auge nie erfassbar wären:

Um an dieser Stelle die Vorstellung des Lesers zu fördern, wie der Turm der Burg Sternberg einst ausgesehen haben mag, zeigen wir nun 2 Pabonen-Türme vergleichbarer Größe und Bauart:

Damit beenden wir die Besichtigung des Kastelsteins.

Selbst wenn wir die genaueren Strukturen der Burg Sternberg nicht erfasst hätten, wäre der Burgenplatz dennoch durch einen weiteren Umstand gesichert worden. Denn es gab, als die Flur Rieshammertal noch nicht für den Feldbau urbar gemacht worden war, dort eine sogenannte Vogeltenne. [Link]

Der Pabone Burggraf Heinrich III. von Regensburg (1110-1185) auf der Falkenjagd, begleitet von seinen beiden Dachshunden. Blatt aus den Budapester Fragmenten, um 1300.

Bei einer Vogeltenne handelte es sich um ein Stück hergerichtetes, längs-rechteckiges Wiesenstück inmitten des Waldes, welches für den mittelalterlichen Hochadel als Abwurfplatz der Jagdfalken diente. Solch entlegene Waldplätze, auf denen der Falkner mit seinen abgerichteten Jagdvögeln seinen Dienst versah, waren häufig mit einem kleinen Umlaufgraben versehen und zeigten an dem einen Schmalende eine Rampe. Im Urkataster von 1820 kann man aufgrund eines entsprechenden Flurnamens diese Vogeltenne der Pabonen und/oder Templer noch einwandfrei identifizieren. Denn selbst zu dem späten Zeitpunkt, als hier flächenhaft gerodet und das Terrain für den Feldbau hergerichtet wurde, blieben schmale Wiesenstreifen stehen, zur Kennzeichnung der ehemaligen Rampe, des gegenüberliegenden Grabens und ggf. des abgegangenen Falknerhauses.

Ganz in der Nähe gab es übrigens eine weitere Vogeltenne, doch diese gehörte bereits zur Herrschaft Dietersberg, in deren Gemarkung sie lag, wobei hier die Grenze extra ein Stück nach Norden ausgelenkt wurde (blaue Linie in unten stehendem Bild). Mit anderen Worten: Die Dietersberger Vogeltenne war schon deutlich vor der Grenzziehung bzw. Festlegung der Gemarkungen dagewesen! Die Situation macht obiger Kartenausschnitt deutlich, rot eingezeichnet sind in ihm die ehemaligen Vogeltennen.

In Zusammenhang mit diesen Standorten der mittelalterlichen Falknerei mache man sich bewusst:

Die Falknerei war ein Privileg des Adels. Deshalb keine Vogeltenne ohne Ortsadel, und kein Ortsadel ohne eine entsprechende Burg, einen entsprechenden Ansitz in der Nähe!

Interessanterweise nimmt schon die erste Regel der Templer aus dem Jahr 1128/29  in Punkt 44 auf die Jagd mit Vögeln Bezug: "Keiner soll einen Vogel mit einem Vogel fangen". [Link]

Nicht selten wird diese Regel missinterpretiert - etwa in dem Sinn, der Ritterorden sei als religiös motivierter Orden generell gegen die Jagd mit Beizvögeln gewesen. Dies ist dem Wortlaut der Regel nicht zu entnehmen. Gerade das Gegenteil muss der Fall gewesen sein: Nachdem sich der Orden nahezu ausschließlich aus den Angehörigen von Adelshäusern rekrutierte, die gerne die Beizjagd pflegten, muss es ein beliebter Freizeitspaß der Tempelritter gewesen sein, auf Vogeljagd zu gehen. Dies geschah aber vielerorts so intensiv, dass der Bestand an Jagdvögeln stark abnahm. Da man dies von Seiten der Ordensoberen nicht wollte, nicht zuletzt deshalb, weil Gefahr bestand, sich am Ende ganz um das Jagdvergnügen mit Vögeln zu bringen, verbot man eben die Jagd auf Vögel mit Vögeln als unsittlich! Die Jagd mit Vögeln auf Bodentiere war demnach weiterhin erlaubt.

Vor diesem Hintergrund ist es gut möglich, dass es die gerade die Templer waren, die sich beim Kastelstein eine Vogeltenne eingerichtet hatten!

Dass auf dem Kastelstein einst eine Burg gestanden haben muss, die nach 1167 für einige Jahrzehnte im Besitz des Templerordens stand, war schon aus der geschichtlichen Analyse heraus wahrscheinlich geworden. Nun steht es vollends außer Zweifel! Wer weiß, was eine archäologische Grabung auf dem Kastelstein noch alles an den Tag brächte!

Mit einem Klischee aber wollen wir am Ende aufräumen:

Es ist nicht anzunehmen, dass auf der Templerburg Sternberg viele Tempelritter hausten. Diese hatten ja ihren Dienst vornehmlich im Heiligen Land zu verrichten. Auf dem Sternberg ging es deshalb auch nicht primär um Kampf, Verteidigung, Heldentat. Zur Landesverteidigung standen in der Gegend weitaus größere Burgen zur Verfügung. Nein, hier auf dem Kastelstein ging es in erster Linie um Repräsentanz und um Verwaltung der Domäne, um Überwachung der Grundholden und um Organisation ihrer Wald- und Feldarbeiten. Und falls hier ein Templerpriester seinen Dienst tat, dann nicht auf diesem Burgberg, an dem eine Kapelle zur Gründerzeit weder referiert noch indirekt nachgewiesen ist, sondern eher in der Kirche St. Vitus in Alfalterbach.

 

Damit beenden wir unseren Rundgang rund um den Kastelstein - mit einem letzen Blick zum östlichen Promontorium, an Punkt 7.

Das Rehrudel, das uns auf dem Rückweg über die nördlichen Hangterrassen begegnete und in eleganten Sprüngen den Burgberg erklomm, war wunderschön anzusehen, tut aber an dieser Stelle nichts zur Sache.

Ganz zum Schluss noch ein Blick über das sogenannte Dreiland, im Westen des Kastelsteins, das in Namen und Aufteilung noch all die klösterlichen Institutionen wiederspiegelt, die im späten 12. und frühen 13. Jahrhundert dieses Land um Sternberg urbar gemacht hatten.

Sowohl des Auhausener Mönchen in Thannbrunn als auch den Berger Nonnen in Waltersberg war ein Verbleiben bis zum 16. Jahrhundert möglich. Möglicherweise war aber am Ende nur noch ein beauftragter Gutsverwalter oder Kastner aus dem Laienstand vor Ort, der den Klosterzehent einsammelte.

Die Templer von Sternberg und von anderen Orten ihrer Jura-Kommende gingen viel früher, vermutlich schon in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Sie kamen nie mehr zurück. Auch wenn die Wittelsbacher-Herzöge nicht selbst Zugriff auf deren Land hatten und es an klösterliche Ersatz-Organisationen weitergeben mussten, so versuchten sie doch mit allen Finessen, es auch auf diesem Weg mehr oder weniger in die eigene Gewalt zu bekommen.

Die Akten der folgenden Jahrhunderte, die einem Freiherr von Löwenthal zur Verfügung standen, berichten nun von den Nachfahren und Agnaten der Pabonen, die sich um Rückerwerbung oder wenigstens um die Vogteien über das fremdvergebene Templergut bemühten. Hierher gehören nun die Namen der Heidecker, Hirschberger, Schweppermänner, Holnsteiner, Wolfsteiner und vieler anderer Edelfreien, die wir aus obigem Zitat bewusst weggelassen haben, da hier der Zeitbezug nicht stimmte. Mit deren Geschichten könnte man durchaus Bände füllen, aber dies ist nicht Gegenstand dieser Arbeit. Wer dazu mehr wissen will, lese in unserer früheren, großen Templer-Arbeit nach.

In einem aber müssen wir den Freiherrn von Löwenthal und damit auch uns selbst korrigieren:

Wir brauchen künftig die Templer nicht mehr in Thannbrunn suchen, weil ihnen dort, wenn überhaupt, allenfalls ein Verbleiben von wenigen Jahren vor 1190 n. Chr. vergönnt gewesen war.

Ihre eigentliche Zentrale war die Burg Sternberg!

Damit erfüllt sich im Wesentlichen auch die Angabe Walter Schimeks. Der Deininger Heimatforscher war wohl durch Einheimische von der Sage einer Burg in Sallmannsdorf unterrichtet worden, in Wirklichkeit stand aber diese nicht in, sondern nahe bei Sallmannsdorf - in 1,8 km Luftlinie Entfernung!

 

 

 Teil 2: Die mittelalterliche "Montanindustrie" im Silberholz

 

Wir wechseln auf einen waldigen Bergrücken von ca. 404 ha Grundfläche, dessen Gipfelplateau in nur 1,2 km Entfernung (Luftlinie SSO) vom Kastelstein entfernt liegt. Es handelt sich um das bereits genannte "Silberholz". Heute sagen die Einheimischen dazu auch einfach "Silberwald".

Das Silberholz war einst mit einem wunderbaren Jura-Mischwald bewachsen, bestehend auch Eichen, Buchen, Ahornen, Kiefern, Tannen und Fichten. Leider ist heute dieser "Urwald" wegen der intensiven Forstwirtschaft einem Fleckenteppich aus viel zu dicht gepflanzten und z. T. wenig standort-typischen Monokulturen gewichen und hat sich in der einstigen Schönheit nur noch an wenigen Stellen erhalten.

Doch der Wald ist nicht der primäre Anlass dafür, dass wir den Silberwald aufgesucht haben. Im Gegensatz zu den einstigen Hochalmen von Sternberg und Großalfalterbach, die uns im Vorkapitel beschäftigt haben, findet man im Silberwald quasi als Alleinstellungsmerkmal desselben Spuren früherer Bergwerkstätigkeit - und dies in ungewöhnlicher Menge und Dichte. Erkennbar ist dies in folgender Karte an den vielen kleinen "Löchern" auf dem Bergrücken. Es lohnt sich deshalb für den Leser dieser Seite, uns auch beim Rundgang durch das Silberholz zu begleiten.

Bei genauerer Inspektion erkennt man an diversen Stellen des Waldes, dass die besagten Löcher in Wirklichkeit kreisrunde, trichterförmige Exkavationen mit niedrigem Randwall sind, die von einstiger Bergwerkstätigkeit herrühren und im Folgenden näher erläutert werden.

Mit Klick auf die Abbildung gelangt man zu einer vergrößerten Darstellung!

Der nachfolgende Kartenausschnitt stellt die genannten Exkavationen im Detail dar. Die Nummerierung erfolgt in der Reihenfolge unseres Rundgangs und hilft dem Leser, die nachfolgenden Abbildungen besser zu lokalisieren.

Bevor wir mit der Erklärung der Exkavationen fortfahren, zunächst ein paar Worte zum geologischen Aufbau und zur Bodenbeschaffenheit des Silberholzes:

Wie auch beim Kastelstein dominieren hier die flächigen Massenkalke des Weißen Jura (sog. Malm Delta). Das sind mächtige Kalkstein- und Dolomit-Platten, welche allerdings an dieser Stelle sehr stark zerklüftet und damit karstig aufgeschlossen sind. Darunter liegt der eisenhaltige Sandstein des Braunen Jura (Dogger Beta).

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Überdeckt ist der Berg mit aufgeschlossenem Alblehm in dünner Schicht, unter bodenkundlichem Aspekt überwiegt sogenannte Braunerde-Rendzina und Terra-fusca-Rendzina, d. h. ein flachgründiger Lehmboden auf karbonathaltigem Gestein, dazu Schuttlehm, Schuttton und Schluff.

Die spezifische Bodengestalt im Silberwald hat es offensichtlich besser als anderswo ermöglicht, dass ein Großteil der einst viel stärkeren, stark eisenhaltigen und sauren Alblehm-Decke durch Einschwemmung mit Oberflächenwasser in den karstigen Spalten der darunterliegenden Kalk- und Dolomitbänke verschwunden ist. Dabei hat sich in tieferen Schichten durch intensive Verwitterung molekulares Eisen in saurem Sickerwasser gelöst und ist nach Neutralisierung des Wassers durch den Kalk in den Spalten zwischen den Kalkbänken als sogenanntes Bohnerz ausgefallen.

Die folgende Aufnahme aus dem Buch "Vergessene Geheimnisse wieder entdeckt - Der Bergbau im Naturpark Altmühltal..." von A. Rosenbauer (Treuchtlingen, Berlin 2010) zeigt am konkreten Beispiel ein Bohnerzlager:

Da im Silberholz wegen des hohen Grades der Verkarstung die Entstehung von Bohnerzlagern bis in größere Tiefen möglich war, hat man hier nicht wie andernorts in oberflächlichen, weniger ertragreichen Schürfgruben, also im Tagebau nach dem Bohnerz gesucht, sondern von Anfang an in Handarbeit tiefe Vertikalschächte und Horizontalstollen gegraben, um das begehrte, meist qualitativ hochwertige Bohnerz im Untertagebau zu gewinnen. Ob dabei Tiefen erreicht wurden, welche es erlaubten, sogar Eisenflöze im Dogger Beta auszubeuten, müssen wir zumindest im Bereich der Bergkuppe offen lassen.

Bohnerz-Knollen aus der Erzgrube Arzthofen, Gmd. Oberbuchfeld, Aufnahme Chr. Wolf

Wie hat man sich die historischen Schächte und Stollen vorzustellen?

 Erneut hilft eine Abbildung aus A. Rosenbauers Buch: In Abbildung 1-3 erkennt man exemplarisch, wie die notwendigen Vertikalschächte per Hand und Winde gegraben wurden, Abbildung 4 zeigt, wie sich die Schächte nach Aufgabe des Bergwerks im Lauf der Zeit mit Schutt füllten (bzw. vielmehr aktiv mit Haldenschutt verfüllt wurden), um am Ende als trichterförmige Gruben zurückzubleiben und das Landschaftsbild zu prägen.

Da solche Anlagen meistens mehr Erdreich an die Oberfläche gefördert haben, als hinterher wieder einfüllt werden konnte - vor allem die Querstollen konnten nicht wieder komplett verfüllt werden -, bliebt in der Regel Aushubmaterial übrig, dass man rings um das Erdloch anhäufte bzw. dort beließ, um spätere Generationen auf die Gefahrenstelle aufmerksam zu machen.

Genau diese verbliebenen Erdringe erlauben nun, mittelalterliche Bergwerksschächte oder "Mundlöcher" von Dolinen, also natürlichen Karst-Einbrüchen oder auch eingestürzten Stollen des professionelleren Bergbaus, zu unterscheiden. Genauso, wie die verbliebenen Erdtrichter im Inneren der Exkavationen die Unterscheidung von sogenannten Erdmeilern, halb vergrabenen Kohlenmeilern, erlauben, die in der Regel einen planen Grund aufweisen. Solche Meiler kamen im Übrigen selten zum Einsatz und waren in Regionen mit ausreichend Alblehm, wie hier, gänzlich überflüssig.

Um dem Leser die unterschiedlichen Oberflächenformen des einstigen Bergbaus nahe zu bringen, zeigen wir hier zum Vergleich ein Bodenprofil bei Eisensdorf (Name!), nördlich von Essing an der Altmühl.

 1 = Mundlöcher von mittelalterlichen Schachtanlagen, 2 = Dolinen, 3 = oberflächliches Bohnerzschürffeld, 4 = Eingänge größerer Stollen mit seitlichen Aushubmaterial, 5 = verstürzter Stollen mit Stolleneinbrüchen, an der linearen Anordnung und dem fehlenden Erdring zu erkennen.

Wie nach diesen Ausführungen unschwer zu erraten ist, hat man es bei den sichtbaren Bodenmerkmalen des Silberwalds nur mit ehemaligen Vertikalstollen zur Einfahrt in den Berg und zur Stollenbelüftung zu tun. Eine Ausnahme bestätigt dabei die Regel.

Die genaue Zeitstellung der Bohnerzgewinnung im Silberholz ist mit archäologischen Argumenten allein schwierig:

Um dem Leser vor unserem Rundgang einen Eindruck dessen zu vermitteln, wie im Mittelalter und in der Neuzeit der Untertageabbau von Eisenerz in Handarbeit stattfand, zeigen wir zwei historische Abbildungen. Aus ihnen mag man ermessen, wie schwer und ungesund diese Arbeit einst war:

Bergleute der frühen Neuzeit bei der Arbeit, Abb. aus Georgius Agricola: De re metallica libri XII, 1556: 2 Knappen fächeln mit einem Tuch Frischluft in den Stollen, der 3. Knappe arbeitet mit Schlägel und Eisen am Gestein. Links im Hintergrund vor einer Stadt ein größerer Rennofen, in dem das gewonnene und anschließend gewaschene Eisenerz verhüttet wurde.

Abb. aus O. Wagenbreth und E. Wächtler: Der Freiberger Bergbau, Berlin, Heidelberg 1988, S. 272.

 

Wir beginnen nun unseren Rundgang über den Bergrücken des Silberwalds, welcher in dieser Arbeit aus gutem Grund nach der Templer-Burg Sternberg besprochen wird, von uns aber schon einen Tag vor dem Kastelstein, am Samstag, den 19. Januar 2019, begangen wurde:

Das Waldgebiet ist durchaus überschaubar. Hier der Blick auf das Holz von der Straße NM 22 aus, zwischen Pirkach und dem Körndlhof.

Wir betreten den Wald am alten Felsenkeller des Körndlhofes, ganz im Osten des Silberholzes, in obiger Abbildung an den Laubbäumen links zu erkennen.

Leider ist dieser schöne Keller, an dem früher der Herr des Körndlhofes und seine Knechte nach getaner Feld- und Waldarbeit so manche Maß Bier aus frischem Fass eingeschenkt und getrunken haben, trotz seines jetzigen Charakters als Kulturdenkmal vom Verfall bedroht!

Oben erwartet uns abschnittsweise ein lichter Hochwald, durch den die wärmenden Strahlen der Wintersonne dringen.

Schließlich erreichen wir, schon fast am Zenith, einen noch relativ frischen Rodungsbezirk, in dem sich soeben ein dichtes Unterholz an Fichten ausgebreitet hat.

Wir biegen ein kurzes Stück nach Süden ab und erreichen an Punkt 1 in obiger Karte das Mundloch des ersten Schachtes. Der Anblick ist enttäuschend, denn soeben hat ein kopfloser Land- oder Forstwirt in dieses Bodendenkmal Wurzelwerk und Baumreste hinein-verfüllt, auf der Winteraufnahme an 2 Schneehaufen erkennbar. Vom Mundloch selbst ist so gut wie nichts zu sehen, zumal das Gelände hier auch noch eingezäunt ist.

Solches Rabaukentum begegnet uns bei unseren bodenkundlichen Exkursionen ständig. Es ist anscheinend der gegenwärtigen Generation an Landwirten mit ihren Mega-Harvestern und Mega-Rückegeräten völlig egal, was ihre Altvorderen an manueller Leistung erbracht haben. Noch eine Generation zurück war das völlig anders. So schnell ändert sich die Welt, u. E. nicht zum Besserem!

Das schräg gegenüber liegende, kleinere Schachtloch bei Punkt 2, welches offensichtlich nur zur Belüftung eines Querstollens, also nicht zum Befahren eines Bergwerks vorgesehen war, liegt in einem Unterholz mit dichtem Gezweig und ist deshalb  fast schneefrei geblieben.

Weiter geht es zu den 2 Mundlöchern bei Punkt 3. Das westliche zeigt mittig relativ viel, das östliche nur ein wenig hartes Einfüll-Material, so dass beide in der Laserkarte wie Kokarden aussehen.

Es folgt an dieser Stelle zur Orientierung nochmals eine nummerierte Detailkarte:

Interessanterweise lassen sich die zentralen Raumkörper nur im westlichen Schachtloch nachweisen, in Form zweier Bäume, die hier randständig wurzeln und in den Laserkarte den Abdruck ihres rel. harten Wurzelwerks (wie nicht-organisches Material) hinterlassen haben.

Das östliche, weiter vom Weg entfernte Mundloch ist dagegen zentral völlig frei und relativ eben. Nicht immer lässt sich also der Einfülltrichter in typischer Form nachweisen. An der Funktion dieser Exkavationen als Öffnungen aufgelassener Bergwerksschächte haben wir dennoch keinen Zweifel. Es fällt allerdings auf, dass sich hier trotz des ansehnlichen Bergbau-Areals auf der höchsten Kuppe des Silberwalds keine weiteren Löcher für die Stollenbelüftung zeigen. Vielleicht wurden die Luftschächte, so es sie überhaupt gegeben hat, schon früh komplett verfüllt und eingeebnet.

Wir nähern uns nun der westlichen Flanke des Berges.

Dort haben wir an einer Terrassenkante eine lineare Exkavation mit zwei Randwällen entdeckt, die sich vorderhand nicht exakt deuten lässt. Denn neben einer Pinge, einem verstürzten Horizonalstollen, der einst direkt in den Berg führte, [Link] sieht auch der Rest eines Kalkbrandofens oder der Durchlass eines gedeichten Bergweihers ähnlich aus.

Doch schon beim Näherkommen können wir letztere Alternativen ausschließen: Der vor Ort gut sichtbare, auf dem zweidimensionalen Foto aber leider nur schlecht abgrenzbare Graben ist für den Zugang eines Kalkbrandofens viel zu schmal, außerdem fehlt die Rundung des Endes. Und ein ehemaliger Deichdurchlass lässt sich wegen des kontinuierlich abfallenden Geländes von vornherein ausschließen.

So bleibt nur eine Pinge als einzig mögliche Erklärung!

Es folgt zunächst ein Bild des Grabenzugs, danach das Modell eines dazugehörigen Horizontalstollens:

Auch an dieser Stelle sollte man in gewisser Distanz zum Einstieg weitere Schacht- und Lüftungslöcher erwarten - so, wie es in der Grafik zu sehen ist. Doch dem ist nicht so. Die weiter westlich gelegenen Exkavationen, die die Laserkarte zeigt, liegen wesentlich tiefer und sind simple Materialentnahmegruben der Neuzeit. Ansonsten wirkt auch hier, wie oben auf dem Gipfelplateau, das Bergwerk relativ unfertig bzw. vorzeitig aufgegeben.

Dies war der westlichste Punkt unseres Ausflugs.

Wir wenden uns nun nach Süden, wo weitere Mundlöcher der Besichtigung harren.

Eine quer-rechteckige Exkavation in obiger Karte (bei den Buchstaben l und b des Wortres Silberholz) müssen wir wegen des eingefriedeten, mit dichtem Unterholz bestandenen Grundstücks links liegen lassen. Diese Grube mit ihren relativ scharfen Ecken und Kanten ist mit Sicherheit ein Artefakt aus der Neuzeit.

So wandern wir durch den verschneiten Wald etwas hangabwärts bis zum Punkt 5, wo zwei weitere große Schachtlöcher auf uns warten.

Das westliche von beiden erweist sich erneut als Abfallgrube für Ast- und Stammmaterial sowie als Geröllhalde. Wenn man diese Verunstaltung mit dem Auge subtrahiert, wirkt dieses große Mundloch relativ alt, am Randwall bereits mit mächtigen Fichten bewachsen.

Etwas weiter östlich liegt das zweite Mundloch, es ist in einem wesentlich besseren Erhaltungszustand. Wie sein Zwillingsloch weist es wegen der Hanglage einen etwas asymmetrischen Randwall auf, der hangaufwärts fast verebnet und wie der gesamte Boden der Umgebung und die gesamte Grube relativ stark verdichtet und fest ist. Insofern besteht auch hier der Eindruck eines relativ alten Bergwerks.

Von hier steigen wir wieder hinauf zum unserem Ausgangspunkt. Unterwegs passieren wir zwei mächtige, eng beieinander stehende Buchen. Diese erinnern uns an das berühmte Ehepaar Philemon und Baucis aus der griechischen Mythologie, welches trotz Alter und Armut ihr kärgliches Mahl mit den Göttern teilte. Deshalb wurde das Paar nach dem Lebensende in zwei Bäume mit ineinander greifendem Wurzel-, Ast- und Blattwerk verwandelt, wobei Philemon zur Eiche, Baucis zu Linde wurde. Damit hatten die Unsterblichen den sehnlichsten Wunsch der Liebenden erfüllt, nämlich dass keiner von beiden in das Grab des anderen schauen müsse. [Vgl. Ovid, Metamorphosen]

Ob Eiche, Linde oder zwei Buchen - der Aspekt bleibt derselbe!

Ein gutes Stück des Wegs weiter, bei Punkt 6 in obiger Karte, kommen wir zu einem weiteren Mundloch zur Rechten, welches schon fast verebnet ist und ebenfalls sehr alt wirkt. Auch in ihm liegt wieder unschöner Abschnitt, ein Haufen von relativ frischen Fichtenzweigen, hingeworfen von unüberlegter, unsensibler Hand.

Es folgt zunächst eine weitere Detailkarte.

Hier ist das soeben vorgestellte Mundloch Nr. 6 gerade noch am unteren Bildrand erkennbar. Ein weiteres, sehr großes und mitten im Wald gelegenes Schachtloch in der Nähe, das ebenfalls einen verwaschenen Rand und vermutlich auch einen zentralen Baumbestand aufweist, mithin ebenfalls relativ alt sein dürfte, lassen wir ohne Kontrolle und fotografische Dokumentation.

Stattdessen wenden uns dem Talkessel im Nordosten zu, mit seinen steilen Flanken. Sein Boden enthält als einziger Ort des Silberholzes ein komplettes Bergwerk mit einem Zentralschacht, zwei Querstollen und 3 Seitenöffnungen zu beiden Seiten.

Da es sich hier um den Fuß des Bergrückens handelt, welcher keine Dolomit-Schichten mehr enthalten dürfte, sind wir uns relativ sicher, dass an dieser Stelle direkt im Eisensandstein des Dogger Beta nach Erz-Flözen, aber nicht nach Bohnerz gegraben wurde.

Als wir die steile Hangkante erreichen, sind wir allerdings ein wenig konsterniert. Am Westrand des Kessels besteht ein so dichter Aufwuchs an jungen Fichten, das wir von vorn herein das Vorhaben aufgeben müssen, den westlichen Stolleneingang zu dokumentieren. Hier der entsprechende Blick nach unten:

Glücklicherweise nimmt der Bewuchs nach Osten hin ab, so dass wir an dieser Stelle tatsächlich im Stande sind, zwischen den Bäumen die verbliebenen Schachtlöcher zu dokumentieren. Es folgt als nächstes der Blick von unten, zurück nach oben. Diese Perspektive gibt das Gehölz aus Jungfichten ebenfalls wieder:

Wir stapfen durch den Schnee und stehen schließlich am tief verschneiten Rand des verfüllten Hauptschachtes ...

... und des ein Stück weiter östlich gelegenen 2. Nebenschachtes:

Ganz am Ende finden wir im dichten Unterholz einer Fichtenschonung auch noch das bereits stark eingeebnete 3. Schachtloch:

Es folgen zum Vergleich Bilder des historischen Eisenbergwerks von Rübling, das wir vor einigen Jahren im Hangwald bei Burggriesbach entdeckt haben. Dort findet sich eine ganze Reihe von großen verfüllten Schachtlöchern (rote Punkte in der Karte), ähnlich wie hier in Silberholz, wobei an einer Stelle der Einbruch eines Querstollens zu einem gähnenden Loch in der Erde geführt hat (blauer Punkt). Dahinter verläuft hangabwärts ein Hohlweg, über den einst die schweren Erz-Ladungen zur Wäsche an den Burggraben und anschließend nach Burggriesbach gebracht wurden (blaues Band). An der enormen Tiefe dieses Hohlwegs erkennt man, wie schwer einst diese Ladungen gewesen sein müssen.

Im Sommer 2018 ist Konrad Guttenberger aus Rudertshofen in den Querstollen eingestiegen und hat für uns Aufnahmen aus diesem Bergwerk gemacht. Man erkennt auf den Aufnahmen gut den geschichteten Eisensandstein, erkennbar an dunkleren Streifen. Nach Bohnerz wurde an dieser Stelle also nicht geschürft, denn ein solches setzt immer das Vorhandensein von Kalk voraus.

Genauso müssen die Querstollen im nördlichen Bergwerk des Silberholzes ausgesehen haben, das wir soeben inspiziert haben. Es ist anzunehmen, dass auch dort noch Hohlräume in der Tiefe vorhanden sind.

Wir sind am Ende unseres Rundgangs durch den Silberwald angelangt und begeben uns zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung.

 Anschließend passieren wir mit dem Fahrzeug inmitten der Kleinsiedlung Körndlhof den verlassenen und heruntergekommenen "Erbhof", den eigentlichen "Körndlhof". Dieser Hof stammt zwar nicht aus dem Mittelalter, sondern wurde erst 1838 an zuvor völlig unbebauter Stelle neu errichtet. Gleichwohl steht hier kein normales Bauernhaus, sondern ein stattliches, aus massivem Kalkstein und Ziegeln erbautes Haus mit Walmdach, ähnlich den früheren Hofmark-Schlösschen. Welch ein trauriges Schicksal! So, wie es aussieht, ist dieser Hof wohl nicht zu retten.

Wer dem Körndlhof seinen eigenartigen Namen gegeben hat?

Zwar ist klar, dass er nach der benachbarten Flur benannt wurde, deren 3 Komponenten im Urkataster mit "Kendl Loh" (ohne -r-) eingetragen sind, aber beide Schreibweisen könnten sich ja auf das Bohnerz, das einst am Berg gefördert wurde, auf die vielen Erz-"Körndl", hingewiesen haben.

 

Damit kommen wir am Ende dieser Exkursion zur geschichtlichen Einordnung des historischen Untertagebergbaus im Silberwald. Diese ist grundsätzlich schwer, denn es existiert darüber keine Quelle, kein Schriftstück, ja nicht einmal der diskreteste Hinweis in den Chroniken der umgebenden Dörfer, die darüber Auskunft geben könnten - ähnlich wie beim nahen Kastelstein.

Also haben wir uns einmal mehr auf die Flurformen und Flurnamen rund um das Holz verlegt - gerade so, wie sie der Urktaster von ca. 1820 als einzige Quelle noch wiedergibt. Es folgt zunächst der profilierte Katasterplan in der größeren, anschließend der unprofilierte Katasterplan in der etwas kleineren, aber detailreicheren Übersicht:

Mit Klick auf die Abbildung gelangt man zu einer vergrößerten Darstellung!

In diesen Kartenausschnitten erkennt man, dass sich das Wort "Silber" in den Feldfluren mehrfach wiederholt: Am Südwestsporn des Silberholzes/Silberwaldes finden sich die Fluren "Vor dem Silber" und "Hinterm Silber", wobei zwischen beiden nichts anderes zu erkennen ist als ein kleiner Wegestreifen mit Buschsaum, auf jeden Fall kein Silber. Im Norden des Silberholzes finden sich zahlreiche "Silber Äcker". Dabei wird rasch klar, dass diese kleinteiligen, also sehr alten Acker- und Feldstreifen zu einer untergegangenen Ortschaft namens "Silbersdorf" am Ostende der "Silber Äcker" gehört haben (oben links im Bild).

Dieses untergegangene Dorf lag in grauer Vorzeit gerade dort, wo sich die freie Passage zwischen dem Rücken des Silberwalds und dem spornartig weit nach Süden herabreichenden Berg südlich des Rieshammertals bis auf einige Dutzend Meter in Richtung Westen verjüngt.

Hier zog einst in direkter Linie ein von Süden nach Norden verlaufender Höhenweg vorbei, der von Dietersberg/Thann her direkt in gerader Linie über die Anhöhen nach Sternberg führte und im Urkataster noch genau mit den Namen der genannten Ortschaften bezeichnet ist (am linken Bildrand der Detailkarte). Dies ist insofern eigenartig, weil von Dieterberg ein weiterer, nun nahezu steigungsloser Weg entlang des labertags nach Sternberg führte. Eine Erklärung folgt später!

Wenn schon die Orte Sternberg und Dietersberg nachweislich sehr alt sind und auf das 10. bzw. 11. Jahrhundert zurückgehen [Ersterwähnung Dietersberg 1060 n. Chr.; vgl. Buchner: Dekanat Eichstätt 2, S. 713.], dann liegt es eigentlich auf der Hand, dass die Gründung des auf halber Strecke liegenden Silbersdorfs auch nicht viel jüngeren Datums ist.

Des Weiteren fällt auf, dass sich 600 Meter westlich von Silbersdorf auch noch ein "Goldacker" findet.

Soviel Silber und Gold an einem Ort - ist das vielleicht durch den örtlichen Fund dieser Edelmetalle zu erklären?

Keineswegs! Es ist aus geologisch-mineralischen Gründen völlig ausgeschlossen, dass sich hier im Jura auch nur die geringsten Spuren von Silber und Gold gefunden hätten!

Wollte man danach suchen, so müsste man sich schon ca. 100 km weiter östlich ins Granit- und Gneis-Urgestein Bayerns begeben, in die Region der Quellbäche des Böhmerwaldes und des Oberpfälzer Waldes, die einst die Edelmetalle mit sich führten! Oder alternativ ins Erzgebirge nach Annaberg-Buchholz, das noch heute als Zentrum des Silberbergbaus von zahlreichen Stollen untergraben ist. In der dortigen St.-Anna-Kirche hat der Renaissance-Maler Hans Hesse (1497-1539) um 1522/23 den sogenannten "Annaberger Bergaltar" gestaltet und dabei auf der Rückseite der Altarretabel jene berühmte Darstellung des Silberbergbaus hinterlassen, die nachfolgende Abbildung zeigt. Was die Mundlöcher dieses Bergbaus anbelangt, so könnte die Szenerie durchaus auf den Eisenbergbau an Silberholz übertragen werden, mit der Einschränkung, dass dort die Dichte der Stollen bei weitem nicht so hoch war wie bei Annaberg.

 

Was die vielen Edelmetall-Flurnamen beim oberpfälzischen Silberwald anbelangt, so bleibt es jedoch ein absolutes Rätsel, wie diese dorthin gelangt sind!

Mit der lokal tradierten Erklärung, in dem Wort "Silber" stecke nichts anderes als das lateinische Wort "silva" für "Wald", können wir uns nicht anfreunden. Der Begriff "silva" stammt aus dem klassischen Latein und hat hier, weit nördlich des Römischen Limes, nichts zu suchen. Erst recht erklären sich dadurch nicht Komposita mit Worten germanischer Sprachwurzel wie "Wald", "Holz", "Dorf", zumal hierbei auch noch unsinnige Pleonasmen vorlägen.

Natürlich erschließt die Leere an fundierten Nachrichten über die besagten Flurnamen ein Feld für derartige Spekulationen, und als solche wollen wir auch die nachfolgenden Überlegungen bezeichnen. Allerdings liegen diesen wenigstens historisch belastbare Prämissen zugrunde und gewähren dadurch eine gewisse Seriosität.

Zum Beispiel:

Angesichts der unbestreitbaren Fundleere für Gold oder Silber am Ort stellt sich die Frage, ob für die Edelmetall-Namen am Silberwald nicht erneut die die Pabonen verantwortlich waren. Wenn sich diese bei ihrer Vorliebe für "gediegene", "glänzende" Namen hier als Namensgeber betätigten, dann bliebe aber immer noch zu klären, warum es gerade "Gold" und "Silber" sein musste.

Ansonsten sind pabonische Namen durchaus plausibel. Im vorliegenden Fall wären diese Namensgebung allerdings mit einem Quäntchen an Ironie und Satire gepaart gewesen, denn in Wirklichkeit waren es ja nur Eisenknollen, die auf diesen Fluren gefunden wurden. Aber wenigstens muss es ein besonders hochwertiges Eisen gewesen sein, sonst hätte man auf dem Bergrücken nicht so viel geschürft! Wenn man dieses Eisen zu Geld machte, dann hatte man es in gewisser Weise auch "versilbert" und "vergoldet"!

Mit der Pabonen-Theorie unterstellen wir auch, dass es Dienstleute der Pabonen auf dem Sternberg - und nach ihren der Templer - gewesen sind, die hier eine Zeit lang intensiv Eisenerz gewannen, das "Gold" und "Silber" des Oberpfälzer Jura. Zwar waren in diesem Fall die mittelalterlichen Gemarkungsgrenzen von Sternberg überschritten, aber zum einen waren diese nicht überall so exakt definiert wie später, zum anderen müssen Sonderrechte wie das Schürfrecht davon gar nicht betroffen gewesen sein. Mit anderen Worten: Es ist durchaus möglich, ja sogar sehr wahrscheinlich, dass mit der Herrschaft Sternberg einst auch eine Mutung [Link] für den südwestlichen Anteil des Silberwalds, also das Recht der dortigen Erschließung, Vermessung und Ausbeutung einer Erzlagerstätte, verbunden war.

Wenn die Pabonen oder Templer dort nach Eisenerz schürfen ließen, dann brauchten sie zum Transport ihrer Schwerlasten allerdings einen möglichst kurzen, vor allem aber morastfreien und verfestigten Weg. Möglicherweise war die oben erwähnte "Direttissima" nach Sternberg, über den Bergrücken, diese Erzstraße. Da diese in gerader Linie direkt am untergegangenen Silbersdorf vorbeiführte, könnte dieses Dorf in der Tat eine Bergmannssiedlung und Fuhr- und Raststation, mit Vorhaltung der notwendigen Unterkünfte, Fuhrwerke und Ochsengespanne gewesen sein.

Vor diesem Hintergrund ist anzunehmen, dass im Silberholz eine Zeit lang Bergknappen im Auftrag der Pabonen und der Sternberger Templer geschürft und geschuftet haben.

Nach Abzug der Templer dürften dagegen die Bergleute überwiegend aus den Kloster-Auhausener Orten Thannbrunn, Thann und Dietersberg gekommen sein, was vielleicht dazu führte, dass der Silberwald nun ganz der Gemarkung Dietersberg zugeschlagen wurde - dies umso mehr, als wir ja Hinweise dafür haben, dass die dortigen Edelfreien oder Ministerialen ebenfalls aus dem ehemaligen Pabonenkreis stammten.

Einen Bedarf an Eisen gab es sicher für alle und zu allen Zeiten: Allein die Grundholden der Höfe benötigten Eisen für ihr landwirtschaftliches Gerät, erst recht aber Burgen wie die von Thannbrunn und Sternberg, die sich zusätzlich mit einem gewissen Quantum an Verteidigungswaffen und anderen eisernen Gerätschaften ausstatten mussten.

Mit der Herrlichkeit der Pabonen und Templer war es allerdings schon früh vorbei: Die Pabonen starben 1196 endgültig aus, die Templer zogen mit wenigen Jahrzehnten Abstand aus ihrer Kommende ab - wir vermuten nach Osten, in Richtung Böhmen. Das Edelgeschlecht von Thannbrunn war ebenfalls um 1190 untergegangen, sein Besitz an das Kloster Auhausen gefallen.

Diese zunächst nicht vorauszusehende Entwicklung zu Beginn des 13. Jahrhunderts, dieser Bruch in Herrschaft und Kultur, erklärt vielleicht, dass einige der Schürfstellen auf dem Silberholz den Eindruck des Unfertigen, des plötzlich Verlassenen hinterlassen haben.

Möglicherweise bezieht sich die Montantätigkeit in dieser "goldenen Zeit" des Rittertums auch nur auf die ältesten Gruben, die wir an der Südflanke des Silberholzes ausgemacht haben - oder auf solche, die heute gar nicht mehr sichtbar sind. Wahrscheinlich wurde an den sichtbaren Stollen des nördlichen Silberholzes erst viel später gegraben, u. U. sogar bis in die Neuzeit hinein.

Man muss also Vieles offen lassen beim Bergbau des Silberholzes. Und dennoch: Wie auch immer die Zeitstellung der Gruben im Silberholz gewesen sein mag - es findet sich weit und breit nicht eine solche Dichte an mittelalterlichen Bergwerken!

 

In Zusammenhang mit der Eisengewinnung im Silberholz hat uns eine weitere Frage intensiv beschäftigt, nämlich wo das gewonnene Erz nach dem Schurf gewaschen wurde. Dazu war nämlich Fließwasser nötig!

Ein solches gab es auf den verkarsteten Hochplateaus nicht, sondern nur an den Talflanken der Weißen Laber. Die vielen Quellen des Rieshammertals, die einst ihre Wasser in die Laber ergossen, wären dazu bestens geeignet gewesen. Vielleicht haben Pabonen/Templer von dort das Erz zu Tal gebracht und gleich an Ort und Stelle in Rennöfen verhüttet. Im Spätmittelalter könnte sich hier ein kleines Fluss-Hammerwerk einer Familie Ries etabliert haben, welche das gewonnene Eisen schmiedete und für Hammer und Tal namensgebend wirkte. Auf die Existenz eines solchen Hammerwerks weist nicht nur der genannte Flurname "Rieshammertal" hin, sondern auch die Tatsache, dass hier, knapp unterhalb der Sippelmühle, der Flusslauf der Laber bis zuletzt gedoppelt blieb, mit einem höheren Hammer-Bach (und Gefälle am Eisenhammer) und einem niedrigeren "Alt-Bach", der genauso im Urkataster vermerkt ist. Die Strecke dortin war allerdings für einen Schwertransport, der in der Regel mit Ochsen-Gespannen verwirklicht wurde, nicht unerheblich, ca. 2,2 km.

Nach Abzug der Templer müsste, wie soeben erwähnt, das Eisenerz des Silberholzes vornehmlich den Orten Thannbrunn und Dietersberg zugute gekommen sein. Zwischen Thann und Thannbrunn gab es an der Hangkante zur Laber bis ins 20. Jahrhundert hinein ein sog. "Brandhaus", wo wegen eines starken Quellteichs sowohl Erz gewaschen als auch Erz im Hochofen verhüttet werden konnte. Hier beträgt die Distanz für den Transport über die Hochebene ca. 2,4 km!

All das sind aber Vermutungen, gesicherte Daten gibt es zu diesem Thema nicht.

 

Die vielen Silberfluren und der eine Goldacker haben uns keine Ruhe gelassen. Eine Pabonen-Theorie haben wir hierzu bereits vorgestellt. Aber gibt es dazu nicht auch eine Templer-Theorie?

Zunächst ist die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass an dieser Passage zwischen der Ur-Pfarrei Petersberg und Deining/Neumarkt auch ein zufälliger Münzfund, der heute nicht mehr bekannt ist, die Flurnamen-Kaskade mit den Wort Silber ausgelöst haben könnte. Am Goldacker wäre es dann ein Fund von Gold oder Goldmünzen gewesen. Da die vielen prähistorischen bzw. keltischen Grabhügel in dieser Region in der Regel Bronzemünzen enthalten und nur höchst selten sog. "Goldschüsselchen", ist ein Silberfund am Silberholz aus einem prähistorischen Grab heraus wohl kaum möglich.

Oder handelte es sich um sogenannte Hortfunde, also vor Feinden vergrabene Schätze, z. B. in Form von Silber- und Goldmünzen? [Link] Auch mit dieser Version der Ortsnamen-Klärung können wir uns nicht recht anfreunden, zumal es ja dann zufälligerweise gleich 2 Hortfunde unterschiedlichen Inhalts in nächster Nähe zueinander gewesen sein müssten. Wer hätte in dieser einsamen Gegend zwei Schätze vergraben - egal, ob gleichzeitig oder hintereinander?

Ganz anders ist dies allerdings mit einem Schatz, den der Templerorden ganz gezielt am Ort vergraben hätte!

Man mache sich bewusst: Der Templerorden hatte als erste "Auslands- und Wechselbank" des christlichen Abendlandes, in die man als Pilger oder Kreuzfahrer in Europa sein Geld (oder ein Pfand anderer Art) einzahlen konnte, um es sich nach der Ankunft in Jerusalem in dortiger Münze wieder auszahlen zu lassen, sehr viel von seinen Mitgliedern und Kunden eingesammeltes Geld zu verwalten.

Seit Jahrhunderten ist die Rede von einem Templerschatz, der nach dem "Schwarzen Freitag", dem 13. Oktober 1307, als die ersten Verhaftungwellen der Templer in Frankreich stattgefunden hatten, klammheimlich aus Frankreich verschwand, so dass der französische König Philipp IV. der Schöne hinterher nicht darauf zugreifen konnte.

Viele Spekulationen spinnen sich um diesen Schatz:

So soll der Schatz speziell Silber enthalten haben; mit amerikanischem Silber hätten die französischen Templer z. B. den Bau vieler französischer Kathedralen finanziert. [Link] Die einen wollen dem Templerschatz in der Burg Gisors in Frankreich [Link] vergraben wissen, die anderen in Rennes-la-Château in den Pyrenäen [Link], wieder andere in Rosslyn Chapel in Schottland [Link], manche sogar - man beachte die Parallele zum Silberholz! - in einem zugeschütteten Bergwerksschacht auf dem Inselchen Oak Island vor Nova Scotia in Kanada, was bedeutet, dass die Templer die Nordatlantikroute hätten befahren können. [Link]

Uns erscheinen alle diese Theorien als sehr weit hergeholt und vermutlich falsch, denn fündig wurde an diesen Stellennoch keiner, zum Teil ist nicht einmal die Templer-Präsenz vor Ort klar. Dasselbe gilt für die Amerika-Theorien.

Wenn aber wir selbst der Großkomtur des Templerordens gewesen wären, der nach der Verhaftung des Großmeistes Jaques de Molay als "Finanzminister" des Ordens die Aufgabe hatte, das viele Templergeld aus Frankreich herauszuschaffen und in ein unauffindbares Versteck zu bringen, dann hätte wir es weder in Frankreich versteckt noch nach England oder Zypern verschifft, sondern wir hätten es - ins deutsche Reichsgebiet und zur Burg Sternberg geschafft, um es in einem der aufgelassenen Bergwerkschächte des Silberholzes für immer verschwinden lassen.

Warum wäre das so gewesen?

Wegen der Vorzüge des Landes, gegenüber allen anderen, um 1307/08: Die große Templer-Kommende zwischen Weißer und Schwarzer Laber, aus der Schenkung der Pabonen, war in den Jahren 1307/08 seit mindestens 60, eher 70 oder 80 Jahren nicht mehr mit Templern besetzt gewesen. Kein Normalsterblicher hätte das weite Land nach so vielen Jahren Vakanz noch mit dem Templerorden assoziiert. Gleichwohl aber gehörte das Land dem Ritterorden noch, denn eine offizielle Enteignung konnte ja erst 4 bis 5 Jahre später, nach dem Konzil von Vienne, stattfinden, und auch dann nur bedingt, zugunsten einer kirchlichen Institution. Das Kloster Waldsassen erhielt damals den größten Zuschlag. Obendrein war der Landstrich äußerst dünn besiedelt, fast menschenleer; in der unmittelbaren Umgebung lag fast ausschließlich Klosterland (Auhausen, Bergen), an dem kein weltlicher Machthaber irgendwelche Rechte hatte. In dieser Zeit bestand im gesamten Deutschen Reich das größte politische Machtvakuum in Europa. Während des Interregnums von 1245 bis 1273 [Link] gilt dies wegen des ständigen Wechsels schwacher, obendrein rivalisierender Regenten sowieso, und unter den ersten Habsburgern Rudolf I. (1218-1291) und Albrecht I. (1255-1308) galt dies für die Oberpfalz weiter, denn die Habsburger beschäftigten das bereits geteilte und zu dieser Zeit schwache Haus Wittelsbach ausschließlich im Süden Bayerns und in Österreich, und dabei so reichlich und offensiv, dass der Nordosten Bayerns mehr oder weniger links liegen blieb und faktisch regentschaftslos war. Und in Böhmen war es soeben mit dem Königshaus der Přemysliden zu Ende gegangen. Kein Machthaber von Rang und Namen kümmerte sich in dieser Zeit um das ehemalige Templerland am Silberholz. Hinzu kam, dass dieses noch knapp im zur Kirchenprovinz Mainz gehörenden Bistum Eichstätt lag. Bischof Philipp von Rathsamhausen (1245-1322), ein ehemaliger Zisterzienser (mit französischen Templer-Kontakten), kam frisch aus dem Elsass, er war im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern eher wittelsbacher-feindlich eingestellt, denn er sollte das soeben frei gewordene Erbe der Grafen von Hirschberg (Gebhard VII. + 1305) gegen das Haus Wittelsbach verteidigen, was ihm auch gelang. Als ehemaliger Zisterzienser war er außerdem dem Templerorden gewogen: Er ließ die Templer von Moosbrunn (bei Eichstätt) auch über das Jahr 1312 hinaus gewähren und nachweislich in weiteren 3 Jahren sozusagen sich selbst abwickeln. Sein Nachfolger Marquart I. von Hagel (+1324) erwarb sogar die Templerkommende Moosbrunn für das Bistum, damit sie nicht in falsche Hände geriet. Im Gegensatz zum Bistum Regensburg, in dem Templermorde in Altmühlmünster und in Nabburg wenigstens anekdotisch überliefert sind, war also im Bistum Eichstätt das Klima für die Templer der Spätzeit äußerst günstig und die Abwicklung des Ordens bis zuletzt friedlich.

Welches Land, so fragen wir uns, wäre also besser gewesen für die Aufnahme eines Templerschatzes, als das Land zwischen Thannbrunn und Oberweiling?

Obendrein musste am Silberholz ein Versteck erst gar nicht gegraben werden, sondern es war in Form von offenen Schächten und Stollen des Eisenbergbaus bereits vorhanden. Wenn man im wasserfreien Querstollen eines Eisenbergwerks den Schatz deponierte und seine Schächte anschließend hermetisch verschloss, dann konnte dort ein Silberschatz Jahrhunderte sicher überdauern - bis zu besseren Zeiten.

Erfahren musste davon niemand. Die Templer konnten das Bergwerksareal, das noch immer in ihrem Eigenbesitz stand, hermetisch abriegeln; und bedienten sie sich irgendwelcher Bauern bei der Arbeit, so konnte man diese hinterher als unliebsame Zeugen beseitigen. Gegenaktionen von dritter Seite wären zu dieser Zeit sicher nicht zu erwarten gewesen. Dass die Templer in wenigen Jahren ganz verboten würden, konnten sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen.

Im Übrigen muss auch nicht der Pariser Templerschatz am Silberholz vergraben worden sein. Falls die Templer ihre Einnahmen dezentral, also nach Ordensprovinzen getrennt, verwaltet hatten, so wäre auch ein Teilschatz möglich gewesen. Auch die Templer am Fahrenberg und am böhmischen Ahornsberg könnten über die dortigen Fundstellen Gold- und Silberabbau betrieben und damit einen Schatz produziert haben, der nach 1307 in sichere Verwahrung musste. [Link]

 

"Aliquid semper haeret - Irgendetwas bleibt immer hängen."

Ganz blickdicht waren solche Aktionen dennoch nicht; heimliche Beobachtung durch Einheimische war nicht immer zu verhindern. Spätere Gerüchte über diese Aktion (oder gar Oberflächenfunde, die z. B. vom Umladen herrührten) könnten dann die "edelmetallenen" Flurnamen am Silberwald nach sich gezogen haben.

Vielleicht hat sogar ein derartiger Fund hinterher vor Ort einen Grabungsboom und die entsprechenden Flurnamen ausgelöst, wie beim schwäbischen Goldloch von Schlattstall. [Link] [Link]

Und wer weiß, ob ein Templerschatz, der hier deponiert worden war, hinterher nicht längst entdeckt, ergraben und inzwischen in alle Wind verstreut wurde, so dass nur der Name "Silber" blieb?

Allerdings wäre es für den Ritterorden leichtsinnig gewesen, einen solchen Schatz, so es ihn wirklich gegeben hat, mitten im Wald zu vergraben, denn dort hätte ihn spätere Schürftätigkeit plötzlich zu Tage bringen können. Das Revier der Templer, so scheint es, war sowieso im Südwesten des Silberwaldes gelegen (vgl. unsere Argumente oben), also vergrub man, wenn überhaupt, das Edelmetall dort!

Die im Urkataster zu sehenden Feld-Fluren "Vor dem Silber" und "Hinterm Silber" interessieren nun besonders, zumal hier das Land noch 1820 besonders eigenartig parzelliert war. An der Nahtstelle zwischen den beiden Fluren müsste der Logik nach "das Silber" vergraben worden sein.

Der Urkataster zeigt hier ein halbkreisförmiges, nicht mit Feldfrüchten bebautes Terrain (grüne Zone im Bild oben), auf das von Norden her die leicht gekrümmte Spitze einer schwach terrassiertes Dreiecksrodung im Wald mit dem Namen "Vogelsang" zeigt (gelbe Zone im Bild oben). Eine Vogelweide, ein Vogelherd [Link] - nicht eine Vogeltenne - kann diese Lichtung inmitten des Waldes durchaus gewesen sein, die Form bleibt allerdings gerade dafür ungewöhnlich. Zum Feldbau mit dem Pflug waren solche Dreiecke sowieso nicht geeignet.

Wir vermuten: Es könnte bei diesem Rodungsbezirk ein bewusst gestalteter Geländezinken, ein sogenannter "Krapfen" der Templer vorliegen, ein Hilfsmittel späterer Wiederauffindung des Schatzes!

Eigenartige Strukturen zeigt das mit Doppelkontrast verstärkte ALS-Bodenprofil für das Feld, das südlich an das erwähnte Halbkreissegment angrenzt (schwarze Pfeile im Bild oben). Ob es sich hier um die schwachen Reste einstiger Bergbautätigkeit der Templer handelt?

Fragen über Fragen!

Am Samstag, den 26. Januar 2019, sind wir zu dieser eigenartig konfigurierten Stelle an der Südwestecke des Silberwaldes nochmals hinaufgefahren. Das erwähnte Halbkreissegment erwies sich als eine Hangterrasse mit zirkulär altem Dornengestrüpp, z. T. zentral etwas exkaviert und mit einem Felsbrocken aus Dolomitgestein versehen. In diesem Brachfeld standen drei sehr alte Markbäume, Eichen in einem geschätzten Alter bis maximal 300 Jahre, wovon die westlichste, etwas jünger wirkende, aus mehreren kranzförmig gewachsenen Stammtrieben besteht, also aus einer noch viel älteren Vorgänger-Eiche hervorgegangen sein muss.

Es ist recht eindeutig, dass eine Vor-Generation heimischer Landwirte gezielt dieses Areal vom Feldbau ausgenommen hat, um etwas Bedeutsames, vielleicht sogar Sakrosanktes, anzuzeigen. Solche Zonen früherer Reverenz unserer Altvorderen finden sich im Juraland nicht selten, z. B. relativ häufig an prähistorischen Grabhügeln, wobei ein solcher aber hier nicht auszumachen ist.

Wir kommen damit zum Ende. Um es am Schluss ausdrücklich zu betonen:

Wir sind weit davon entfernt zu wissen, ob die Templer des Jahres 1307/08 hier ihr "Tafelsilber" vergraben haben. Es findet sich allerdings in Bezug auf den Ort und die Zeit Einiges, was zu einer solchen Aktion passt - und damit auch die signifikanten Flurnamen erklärt -, und  nichts, was eine solche ausschließt.

Darauf wollen wir es bewenden lassen.

 

Wir beschließen diese Arbeit mit ein paar Bildern zur untergegangenen Ortschaft "Silbersdorf":

Zunächst der Blick von den "Silber Äckern" nach Westen: Der kleine beschneite Feldrücken im Hintergrund trug einst die Ortschaft "Silbersdorf". Zur Linken das Silberholz, nach rechts geht es hinauf zum Kastelstein bzw. nach Sternberg.

Es folgt der Blick vom einstigen Ostrand der Ortschaft "Silbersdorf" zu den Staffelfluren des Ortes, die in Richtung Norden ein gutes Stück in den Wald hinaufreichen. Auch dies ist ein Stück vergessener Kulturgeschichte!

Zur Verdeutlichung der Leistungen im mittelalterlichen Landbau, die nur mit der Hände Kraft und der Ochsen und Pferde Zug erbracht wurden, zeigen wir noch einmal das Profil der ehemaligen Dorffluren, das sich in den heute bewaldeten Abschnitten am besten erhalten hat.

Zu guter Letzt ein Stück der alten Dorffläche, auf dem die Eiskristalle der Schneedecke wie kleine Silberstücke funkeln! Der Name des Ortes ist wenigstens im Winter gerechtfertigt!

Damit nehmen wir Abschied vom Silberholz/Silberwald und von den Tafelbergen rund um den Kastelstein. Zunächst noch ein Blick zurück ins Holz, vom geteerten Feldweg aus, der vom abgegangenen "Silbersdorf" bis nach Dietersberg führt.

Wir beenden diese Zeitreise zu zwei geschichtsträchtigen Orten des Hochmittelalters mit einem kurzen Schlusswort:

Dieser Wochenend-Ausflug war eine Reise ins dokumentarische Nirwana: Keine Chronik, kein Geschichtswerk, keine sonstige Schriftquelle hat sich je mit den besuchten Orten auseinandergesetzt bzw. Informationen darüber erhalten. Stumm und vergessen lagen sie da, als wir ihnen zum ersten Mal begegneten - und so liegen sie noch heute und wahrscheinlich für immer. Und dennoch strahlen sie eine ländliche Würde und natürliche Schönheit aus! Es bedurfte weiter gedanklicher Wege und unkonventioneller Methoden, um diesem geschichtsträchtigen Land im Land wenigstens zum Teil auf die Spur zu kommen. Am Ende waren es nur Hypothesen, die wir zur Templerburg Sternberg und zum mittelalterlichen Bergbau im Silberholz formulieren konnten. Dennoch hoffen wir, dass wir diese so gut argumentativ untermauert, so plastisch am konkreten Beispiel erklärt und mit farbenfrohen Bildern so anschaulich gemacht haben, dass für den Leser am Schluß aus Hypothesen so etwas wie geschichtliche Realität entstand.

Für uns besteht diese Realität schon lange!

Berching, den 23. Januar 2019                         Werner Robl

 

PS: Für weitere Hinweise und Tipps zum Thema sind wir dankbar!
 



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