Die Brüder-Grimm-Medaille 2025

Hohe Auszeichnung der Niedersächsischen Akademie
der Wissenschaften (NAWG) zu Göttingen für
25 Jahre private Geschichtsforschung


Preisträger 2025: Meine Wenigkeit.


© Dr. Werner Robl, Berching, November 2025

 

Si Mimnermus uti censet sine amore iocisque
nil est iucundum, vivas in amore iocisque?
Vive, vale! Si quid novisti rectius istis,
candidus, imperti; si nil, his utere mecum.

Wenn nach Mimnermus
[1] ohne Liebe und Humor nichts Freude macht,
dann sag' doch: Lebst Du überhaupt in humorvoller Liebe?
So lebe und lass' es Dir gut gehen! Doch wenn Du etwas Rechteres als das kennst -
Du bist ein heller Kopf -, lass' es mich wissen!
[2] Wenn nicht,
dann greif' mit mir auf Folgendes zurück!
[3]
 

Quintus Horatius Flaccus, Epistulae, Liber 6, Epistola 6 an den Patrizier Numicius.
Der römische Dichter Horaz (65 – 8 v. Chr.) gilt als Inaugurator und Spiritus rector
des Klassizismus und Humanismus, welche folgende Aufnahme symbolisiert.

 

Spätklassizistisches Giebelfeld an der Aula zu Göttingen am Wilhelmsplatz, am sonnigen Nachmittag des 21. November 2025.

 

 


Vorweg: Über die Freuden und Leiden des "private scholar" Werner Robl

Der in Göttingen verliehene Preis kann nur richtig vor dem Hintergrund einer kleinen "Lebensbeichte" eines stets der geschichtlichen Wahrheit verpflichteten Suchers und Finders verstanden werden. Ausnahmsweise wird hier nicht der sonst übliche "pluralis modestatis", der Plural der Bescheidenheit, gepflegt, sondern auf das stilistisch unfeine "ich" als Satzsubjekt übergegangen, um zu unterscheiden, was mich allein, und was mich im Verein mit meiner Frau, die mich nach Göttingen begleitete, betrifft. Nicht nur dadurch, sondern im Grundsätzlichen wird dem geschätzten Leser im Folgenden nicht Objektivität, sondern ein hohes Maß an Subjektivität garantiert ;-))

 

Ich wurde früher oft gefragt: "Was bringt Dich Otto Normalbürger, mit Frau und Kindern und einem gut dotierten Job als Leitender Oberarzt in einem Krankenhaus, dazu, eine eigene Forschung in einem völlig berufsfremden Feld, nämlich im mediävistischen Fachgebiet, zu beginnen?" Nicht selten wurde argwöhnisch hinzugesetzt: "Was hast Du eigentlich davon?" Und mit vorgehaltener Hand noch ein Drittes: "Kümmerst Du Dich überhaupt ausreichend um Beruf und Familie?"

Das letzte sei zuerst beantwortet, mit einem uneingeschränkten "Ja". Ich habe mich immer um meinen Beruf gekümmert, und über Jahre in einem Maß, das die Funktion eines normalen Krankenhausangestellten bei weitem überstieg! Und: Ich habe immer dem Familienleben den Primat gegenüber meinen Forschungen einräumt, wobei sich aber beides meistens gut miteinander verbinden ließ, da das eine tagsüber, das andere aber in tiefer Nacht stattfand!

Es folgt die Antwort auf die erste Frage: "Neugier, reine Neugier und Entdeckerfreude haben mir den Zutritt zu eigener Forschungsarbeit geebnet!" Was die Methodik anbelangt, so hatte mir bereits mein Vater in der Kindheit das Wesentliche beigebracht, vor allem die obligate Beherrschung der Sprache "Latein".  Wissenschaftliches Arbeiten lernte ich im Rahmen meiner Doktorarbeit, und den Rest, die geschickte historische Suche, verdanke ich einer britische Genealogin namens Brenda Cook aus Portmouth, mit der mich noch heute Freundschaft verbindet.  Außerdem treibt es mich seit Kindheit um, die Gedanken fliegen zu lassen in ferne und vergangene Welten, auch detektivisch gewissen Spuren nachzugehen, und aufgrund von Indizien konkrete Vorstellungen menschlicher Verhaltensmuster zu entwickeln.

Da man nicht einfach ins Blaue hinein forschen kann, habe ich mit ca. 40 Lebensjahren, um 1995, angefangen, mich auf die  französische Mediävistik und speziell auf das bewegte 12. Jahrhundert zu konzentrieren. Sehr schnell habe ich mich auf das Thema "Peter Abaelard und Heloïsa" - kurz A&H - kapriziert, weil es gar so schön war - und griffig genug, um ein interessiertes Publikum teilhaben zu lassen, mit einer speziell darauf abgestellten Homepage www.abaelard.de, wozu ich mir das Schreiben in der Computersprache HTML selbst beibrachte. So entstand nach und nach eine große Materialsammlung zu A&H, die es damals nicht gab und noch heute ihresgleichen sucht.

Doch dann geschah etwas unerwartet Wunderbares:

Mit meinen anfangs noch populärwissenschaftlich geschriebenen Artikeln, später auch mit richtigen Facharbeiten und Forschungsberichten auf akademischem Niveau, wozu mich Brenda Cook stimulierte, sah ich mich alsbald mit den berühmtesten Abaelardisten der damaligen Zeit vernetzt, d. h. mit Hochschulprofessoren, deren Namen ich zuvor gar nicht gekannt hatte, die mir aber nun mittels einer  "medieval religion discussion group" nach und nach vorgestellt wurden. Konkret handelt es sich u. v. a. um Prof. Constant Mews von der Monash University in Melbourne/Australia und um Prof. Jan Ziolkovski von der Harvard University/USA. Beide schickten mir ihre Arbeiten zu A&H. Speziell Constant Mews bin ich zu großem Dank verpflichtet, denn er verankerte meinen bedeutsamen Fund, die wahrscheinlichen Mutter Heloïsas namens Hersendis de Campania, erste Priorin des Klosters Fontevraud, in der berühmtesten mediävistischen Fachzeitschrift der Welt, dem Viator, was mir selbst als mediävistischem Nobody zu dieser Zeit nie allein geglückt wäre. Und das geschah, obwohl ich Herrn Mews kurz zuvor wegen seiner "Epistolae duorum amantium" und deren Zuschreibung zu A&H offen kritisiert hatte. In diesem Zusammenhang entstand auch mein erster und für lange Zeit mein einziger Kontakt zu einem deutschen Hochschullehrer: Prof. Ewald Könsgen von der Universität Marburg hatte die besagten "Epistolae duorum amantium" Jahre zuvor erst-ediert und aus triftigem Grund die Urheberschaft der Briefe offen gelassen. Herr Könsgen gab meinen Vorbehalten Mews' Hypothese gegenüber durchaus recht, aber er warnte mich eindringlich davor, selbst Mittellatein betreiben zu wollen. Das sei doch eine Nummer zu schwierig für mich! Was ihn jedoch nicht daran hinderte, mir hinterher sein größtes mittellateinisches Werk, die "Gesta militum" des Hugo von Mâcon, zu schenken, ein grandioses Epos von herber Schönheit. In der Plattform der genannten "discussion group" konnte sich grundsätzlich jeder Anfänger bei Bedarf ebenfalls mit Experten gut austauschen, es unterhielten sich sozusagen Groß und Klein der mediävistischen Welt, immer frei von akademischen Dünkeln und fachlichen Vorbehalten; man sprach sich einfach mit  "Dear Werner", "Dear Brenda", "Dear Constant" etc. an.

Es dauerte nicht lange, da lernte ich Abaelards Geburtsort Le Pallet bei Nantes auch persönlich kennen, wo ich in den rührigen Brüdern Henri und Guy Demangeau neue Freunde fand, die mir bald aus der Ferne mit Nantaiser Archivmaterial effektiv zuarbeiteten. In solcher Zusammenarbeit entstand z. B. mein "Der Donjon von Le Pallet und seine Herren", eine Chronik von mehr als 400 Seiten. Inzwischen hat mein guter Freund Guy leider das Zeitliche gesegnet, und sein Bruder Henri ist so betagt, dass er den Kontakt von einst nicht mehr pflegen kann. Doch wie durch ein Wunder fand ich in dem jüngeren Geohydrologen François-Xavier Moinet aus Le Pallet einen würdigen Nachfolger der beiden, und auch mit ihm verbindet mich inzwischen eine schöne und aufrichtige Freundschaft, zumal François-Xavier inzwischen meine wichtigsten Werke zu A&H und Le Pallet ins Französische übersetzt und nicht zuletzt auch meine Gluck-Aktivitäten nach Kräften gefördert hat.

Auf diesen wunderbaren Wegen zu vormals unbekannten Orten, mit immer neuen und wertvollen Bekannt- und Freundschaften, erfuhr ich erstmals hautnah, was im angloamerikanischen Wissensraum privates Forschen bedeutete. Der "private scholar" wird dort von der universitären Wissenschaft mit offenen Armen empfangen, zumal dieser als "independent scholar" garantiert, frei von Interessen politischer oder wirtschaftlicher Art zu sein. Seit dieser Zeit gebührte diese Bezeichnung auch mir, dem Autodidakten aus der bayerischen Provinz. Und war es mir einmal nicht möglich, von den Orten meiner französischen Forschung persönlich Augenschein zu nehmen, so verführte das neue Wissen zu fiktiven Reisen des Geistes und der Seele, auf Routen und Pisten, die andere gar nicht kennen. Das waren, ehrlich gesagt, die besten "Fernreisen", die ich je machte -  manchmal schöner und erfüllender als die anstrengenden Touren per Auto, auch wenn diese meist thematisch an einen "roten historischen Faden" gebunden waren und ausgetretene Touristenpfade scheuten!

Ein weiterer deutscher Wissenschaftler nahm im Jahr 2003 von sich aus kurz Kontakt mit mir auf. Dieser Mann, mit dem ich nur zweimal telefoniert habe, hat mich entscheidend als Privatforscher geprägt. Dr. Hans Wolfgang Krautz war seines Zeichens Altphilologe und Philosoph. Er war als Quereinsteiger vom Gymnasium zur weiteren Lehre an die Universität Frankfurt gewechselt und übersetzte über Jahre erfolgreich für den renommnierten Reclam-Verlag die Werke von Abaelard, Epikur und Platon.

"Lieber Herr Robl ...", so sagte er mir Herr Krautz am Telefon, nachdem er zuvor ein wenig von ungutem Konkurrenzdenken im universitären Bereich erzählt hatte, "Lieber Herr Robl, Sie können sich glücklich schätzen, dass Sie für die Wissenschaft leben dürfen, weil Sie nicht von ihr leben müssen!" Wie tiefsinnig - dieser Satz!

Hans Wolfgang Krautz hatte zuvor meine Homepage mit den bis dato dort veröffentlichten Arbeiten durchstudiert und diese Sammlung als geeignet und hinreichend "für mindestens 5 universitäre Habilitationen" eingeschätzt. Nun, ich bin nicht wirklich auf solches Lob aus und habe damals widersprochen. Aber in einem hatte Herr Krautz doch recht: Ich hatte in der Tat durch meine Forschungen einige Sachverhalte aufgedeckt, die anderen nicht aufgefallen waren und die grundsätzlich geeignet waren, ein Geschichtsbild zu wenden oder wenigstens stark zu beeinflussen. Das ist eben der Stoff für Habilitationen. Später kamen noch viele weitere Entdeckungen derselben Qualität hinzu; ich hatte nach und nach eine gut funktionierende Spürnase für Inkonsistenzen in der Historiograpie und für Geschichtsklitterung entwickelt.

Um oberflächliche Schmeichelei hatte es sich bei Herrn Krautz damals auch nicht gehandelt, denn er schickte mir umgehend eigene Arbeiten als Leseprobe zu [Link] und verband seine Wertschätzung mit dem intensiven Wunsch, zusammen mit mir ein neues Werk über A&H zu verfassen, wobei er die nähere Thematik noch offen ließ! Wenig später verriet er in einem zweiten Telefonat, was ihn zuvor umgetrieben hatte. Hans Wolfgang Krautz war zu diesem Zeitpunkt bereits in der Endphase einer unheilbaren Erkrankung und keine zwei Wochen, nachdem wir die Hörer aufgelegt hatten, war er bereits ein toter Mann. Doch selbst zu Beginn seiner Sterbephase dachte dieser gebürtige Hesse noch an mich, den unbekannten Oberpfälzer: So fand ich alsbald im Postkasten seinen "Uriel da Costa - Exemplar humanae virtae", ein Werk voller Tragik, die Beichte einen anderen Todgeweihten, des portugiesischen Marranen und Religionsphilosophen Uriel da Costa. Weil dieser von Glaubensfeinden wie von den jüdischen Glaubenbrüdern viele Demütigungen erdulden und Repressalien erleiden musste, suchte er am Ende verzweifelt den Freitod.

Ich habe Herrn Krautz und seine einfühlsamen Worte mir gegenüber nie vergessen; an dieser Stelle bleibt mir nur ein ehrendes "Requiescat in pace!". Hans Wolfgang Krautz verstarb viel zu früh; er wurde nur 54 Jahre alt.

Infolge dieser Bekanntschaft durfte ich ein Jahr später mit 2 weiteren Arbeiten aus meiner Feder Einzug in das Sammelwerk "Peter Abaelard - Leben, Werk, Wirkung" nehmen. Das Verhältnis zur Schweizer Herausgeberin, der freiberuflich tätigen Mediävistin und Philosophin Ursula Niggli, blieb jedoch eigenartig distanziert; so beschränkte sich unser Kontakt auf wenige Emails, zuletzt rel. unguten Tones. Dann brach die Verbindung ganz ab; für mich war das kein Verlust.

Im nächsten Jahr 2005 änderte sich durch Übernahme einer großen Gemeinschaftspraxis meine private und berufliche Situation grundlegend, sodass ich mein "französisches" Mittelalter-Hobby, das mir soviele wissenschaftliche Anerkennung eingebracht hatte, aus Zeitgründen ganz aufgeben musste. Weiterforschen wollte ich aber doch, zumal meine Recherche-Methodik inzwischen ziemlich ausgefeilt war. So wechselte ich gedanklich zurück in meine bayerische Heimat, was mir die teure und zeitraumende Archivarbeit im Ausland ersparte. In Bayern, später auch in Schwaben und Thüringen und auch in den deutschsprachigen Nachbarstaaten Österreich und Böhmen, fanden sich nicht weniger wichtige, geschichtliche Themenkomplexe als in Frankreich. Auch hier gab es m. E. wichtige Ereignisse und Personen, die nie zuvor in der richtigen Weise von der Fachwissenschaft bearbeitet worden waren. Wenn ich mich als prädestiniert dafür einschätzte, begann ich mit der Arbeit - und legte den Stift erst wieder beiseite, wenn ich damit fertig war. In der Tat kam es in der Folge auch hier zu einer Reihe von bedeutenden Entdeckungen.

Doch alles, was ich in der Folge mit meinen Arbeiten erntete, war ein "Schweigen im Walde". Dies gilt zumindest für das universitäre Lager in Deutschland und in Österreich, also für diejenigen Stellen, mit denen ein Kontakt und Austausch besonders notwendig und sinnvoll gewesen wäre. Als der Hobbyforscher Bernd Stanger, den ich über den Herkunftsort seiner Familie, den Weiler Stang bei Kitzbühl, kennengelernt hatte, quasi in Vertretung für mich mit meinen Welfen-Befunden an der Universität Innsbruck an einem Lehrstuhl persönlich vorstellig wurde, erntete er nur Unverständnis und Missachtung. Ich war ihm in gewisser Weise für diesen Heroldsdienst dankbar, denn ich selbst wäre viel zu stolz gewesen, mit meinen Arbeiten auf solche Art hausieren zu gehen. Alles stand, mit Quellen gut belegt, frei zugänglich im Internet - so konnte ich meinerseits auf eine Kontaktaufnahme amtlicher Historiker warten.

Ich wartete vergebens. Zwar kam es weiterhin zu vielen befruchtenden Begegnungen und Freundschaften, die sich an den besagten Arbeiten entwickelten - ich nenne hier stellvertretend für andere den Nibelungenlied-Forscher Georg Dattenböck und den Hobby-Archäologen Christian Steinbinder, beide aus Oberösterreich, oder den Kunstschmied Peter Klink aus Pfullendorf am Bodensee, den Entdecker der Pentagrammgeometrie in der mittelalterlichen Stadtplanung. Auch fand sich zuletzt ein netter Freundeskreis zum wahren Geburtshaus Christoph Willibald Glucks in Weidenwang, der auch nach Beendigung meiner Gluck-Forschung noch fortbesteht. Doch waren all diese Personen wie ich selbst keine "Professionals", sondern Amateure. Die "Alma mater" jedoch, das universitäre Lager in Bayern, Österreich und im Rest von Deutschland, die akademischen Lehrstühle, scheuten, obwohl dringend nötig, jeden Kontakt mit mir. Mitunter kam es mir vor, es sei gerade so, wie der Teufel das Weihwasser scheut!

Mich dünkt, es ist ein ungeschriebenes Gesetz: Während das nicht-deutschsprachige Ausland Privatforscher meines Schlages, wie bereits erwähnt, gerne kontaktiert und akzeptiert, in alle notwendigen Diskussionen einbezieht und dadurch Fortschritte erzielt, ist das im deutschsprachigen Raum nicht nur nicht üblich, sondern sogar a priori ausgeschlossen - handelt es sich offensichtlich bei Subjekten wie mich in der Regel um unliebsame Konkurrenten, quasi um "Wilderer im fremden Revier", von denen man sich besser abgrenzt. Deshalb werden solche "Außenseiter" in der Regel auch nicht zitiert oder kontaktiert. Den erwähnten Mitstreitern aus Oberösterreich und Peter Klink aus Pfullendorf ging/geht es übrigens nicht anders: Aus sie werden mit ihren Befunden generell ignoriert! An Zufälle glaube ich in diesem Zusammenhang nicht; es ist allzu augenfällig!

Seit dieser Zeit, nunmehr schon seit 2 Jahrzehnten, herrscht bei mir ausschließlich "Forschung im Alleingang" vor, nicht minder wertvoll als die frühere, vernetzte Forschung, zum Teil sogar mit epochalen Ergebnissen, aber eben um Forschung ohne Zusammenarbeit mit universitären und sonstigen Einrichtungen, und dadurch stark quantitativ limitiert.

"Forschungen im Alleingang" - so heißt auch der Titel eines dreibändigen Werkes von 2012/13, aus der Feder von Dr. Hans Constantin Faussner. Diesem Rechtshistoriker, der voriges Jahr im Alter von 99 Jahren in seiner Müchner Stadtvilla starb, gehört meine ganze Sympathie. Denn auch ihm, der ursprünglich an der Universität Innsbruck gelehrt hatte, widerfuhr nahezu dasselbe Schicksal wie mir selbst. Auch Faussner musste sich, beruflich geächtet und z. T. sogar mit Häme und Polemik überzogen, auf reine Privatforschung zurückziehen; und es scheint so, als dürfe Faussner noch heute an den Lehrstühlen für Geschichte weder gelesen noch zitiert werden. Dies alles geschah allein deshalb, weil er es gewagt hatte, mit seiner Urkundenforschung (aus rechtshistorischer Sicht) das komplette Kartenhaus der deutschen Diplomatik um Prof. Dr. Rudolf Schieffer und seinem Schülerkreis zum Einsturz zu bringen! Heute pfeifen die Spatzen von den Dächern, was der "Nestbeschmutzer" Faussner damals herausgefunden hat, nämlich dass ein Gutteil der karolingischen und die überwiegende Mehrzahl der merowingischen Königsdiplome pure Fälschungen sind - zwar nicht ohne Wert für die Wissenschaft, aber eben Fälschungen! Nun wollen wir uns an dieser Stelle nicht mit allen Arbeiten Faussners befassen, in denen er vielleicht in dem einen oder anderen Punkt wirklich über das Ziel hinausgeschossen ist. Wir wollen aber erwähnen, dass er mit seiner juridischen Kompetenz, die eben anderen Historikern fehlt, uns wertvollste Informationen vermittelt hat. Dies betrifft z. B. die Wertung der legendären Schlacht am Lechfeld (955) als innen- und nicht als außenpolitisches Ereignis, die stufenweise Genese Bayerns zur Zeit der Völkerwanderung, die Herkunft der Wittelsbacher und der Pabonen, die Entstehung der bayerischen Hofmarken aus den römischen "villae rusticae", die Kontinuität römischem Rechts weit über den Zerfall des Imperiums hinaus,  die Urkundenfälschungen des Abtes Wibald von Stablo und des Bischofs Otto von Freising etc. etc.

Wenn das Totschweigen auf Dauer, das Faussner von universitärer Seite auch dann noch erntete, als sich die Wellen der Empörung bereits gelegt hatten, von derselben Art ist, wie ich es seit langer Zeit ernte, dann kam man annehmen, dass auch meine geschichtlichen Funde derart provokativer Art sind, dass sie ebenfalls Empörung auslösten, wenn man sich auf sie einließe. Speziell meine Ranküne gegen die Wittelsbacher, die sich aus deren fortgesetzten Landraub nach dem "gewaltsamen" Aussterben der Pabonen am Ende des 12. Jahrhunderts und aus anderen Fehlleistungen ergibt, vom verheerenden Landshuter Erbfolgekrieg 1504 bis hin zu geisteskranken Kronprätendenten im 19. Jahrhundert, ist durchaus provokant. So gäben meine Statements hiezu durchaus ein Substrat für Empörung und Widerstand ab, zumindest bei jenen, die Indifferentismus oder gar Parteinahme für die seit 1918 zwar entmachteten, aber noch immer einflussreichen Wittelsbacher bevorzugen, denn solche gibt es selbst heute noch zuhauf. Welcher Lehrstuhlinhaber wollte sich dann noch mit den Leistungen der Pabonen beschäftigen, die ja von den Wittelsbachern ebenfalls einer "damnatio memoriae" unterzogen worden waren, die bis zum heutigen Tag nachwirkt? Oder zu den romanischen Schutzkirchen, ihre größte kulturelle und strukturpolitische Leistung? Oder zur flächendeckenden Ansiedlung des Templerordens am Lechrain und im Nordgau, mit dem es gelang, die Staufer unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa aus Bayern herauszuhalten?

Ähnliches gilt auch für andere Themen, z. B. für die Caracalla-Schlacht des Jahres 213 n. Chr, die sich ziemlich sicher im Sulzgau abgespielt hat, aber von vielen ganz woanders verortet wird, aber auch beim Thema "Christoph Willibald Gluck und sein Geburtshaus", wenn lokale Sturköpfe entgegen allen Regeln der Vernunft immer noch den wahren Geburtsort Glucks, das Dorf Weidenwang, leugnen oder gar von einer Geburt in der Gemeinde Berching sprechen, ein grober Unfug im Hinblick darauf, das Berching und Weidenwang 1714 in zwei unterschiedlichen verfeindeten Staatsgebieten lagen. Und neuerdings erlebe ich das altbekannte Phänomen bei den jüngsten kunsthistorischen Entdeckungen in den Berchinger Kirchen, die schon wieder geflissentlich weg-ignoriert werden, obwohl ich in diesem Fall sogar selbst die Fachwelt informiert habe.

In Wirklichkeit sind das alles große Fundstellen, auf die sich die Fachleute und Lehrstühle eigentlich stürzen müssten, bei denen es sich besonders lohnen würde, falsch Tradiertes vom Kopf wieder auf die Füße zu stellen. Dazu braucht es allerdings Mut und Engagement - doch gerade daran gebricht es allerorten. So ist vieles überfällig, doch - est horribile dictu - es geschieht nichts, rein gar nichts, weder von Seiten der Lehrstühle und Universitäten, noch von Seiten der amtlichen Denkmalpflege oder anderer amtlicher Stellen. Und das geht so schon seit vielen Jahren.

Ein jämmerlicher Zustand: Privatforschung ist nicht erwünscht, denn sie könnte das eigene Glashaus zum Einsturz bringen!

Als wir vor einigen Jahren in das Bundesland "Thüringen" wechselten, um dort dem ehemaligen Geschichtslehrer und Hobby-Ausgräber Roland Scharff mit unserer Recherche "Auf den Spuren der Heiligen Bonifatius, Willibald und Wunibald: Im verheißenen Land von Asolveroth" zur Seite zu springen, machten wir die Probe auf's Exempel: Unterschied sich das Bundesland Thüringen bezüglich der Ignoranz offizieller Organe vom Bundesland Bayern?

Nicht im Geringsten, können wir heute sagen. Zwar wurde infolge unserer Vorarbeit stellenweise die Würdigung Roland Scharffs betrieben, unter publizistischem Rummel auch der hl. Bonifatius aus der Mottenkiste der Geschichte hervorgeholt und mit Ausstellungen und Festen geehrt, dies war aber im Grunde genommen nur dem Umstand geschuldet, dass Roland Scharff selbst kräftig die Werbetrommel für sein Anliegen rührte und dabei alle möglichen Leute und Stellen kontaktierte. Eine seriöse wissenschaftliche Diskussion und Aufarbeitung meiner Befunde, z. B. durch die Universität oder die amtliche Denkmalpflege in Erfurt, ist zu keinem Zeitpunkt erfolgt, geschweige denn eine Kontaktaufnahme mit mir. Was uns aus Thüringen erreichte, war ausschließlich der Seim uninformierter und/oder irrelevanter Leute. Also gilt auch hier: Privatforscher sind nicht erwünscht!

Johann Wolfgang von Goethe sagte einmal: "Einer neuen Wahrheit ist nichts schädlicher als ein alter Irrtum!" Wie wahr!

Vielleicht hat, wenn sich heute derart Ignoranz gegenüber privater Forschung mit der Arroganz des akademischen Alleinvertretungsanspruchs verbindet, das Übel einen langen Vorlauf.  Vielleicht erklärt manches allein dadurch, die deutsche Sprache nie ein prägnantes Äquivalent für "private scholar" oder "independent scholar" zur Verfügung gestellt hat. Ganz im Gegenteil: Schon früh und sehr schnell wurden z. B. aus den grandios begabten "dilettanti" der Barockzeit ("Liebhaber", von lat. "diligere" = "hochschätzen, lieben") die "Dilettanten" ("Stümper") von heute! Diese Pejorisierung der Wortbedeutung kommt recht eindeutig aus der Universität, deren Exponenten mit abschätzig intendierten Begriffen eine Abschottung von den Privatleuten suchten, selbst wenn diese noch so gute Ergebnisse erzielten. Nur liebend gern wird auf diese "Dilettanten" von oben herabgesehen und ein abschätziges Urteil a priori gefällt, wenn man sie als "Amateurforscher", "Hobbyforscher", "Heimatkundler", "Lokalhistoriker" o. ä. verwinzigt oder als schwärmerische, jedoch fachlich unbrauchbare "Enthusiasten" in den Bereich der Beinahe-Psychopathen schiebt. Dieses verbale "Bashing" greift selbst dann, wenn von diesen Außenseitern alle wissenschaftlichen Standards eingehalten werden. Sicher: Nicht jeder Hochschullehrer ist von solchem Gedankengut; vielleicht sind es sogar nur die allerwenigsten. Wahrscheinlicher herrscht bei vielen nur Gedankenlosigkeit und Gewohnheit vor. Oder aber man hat einfach keine Lust, Themenkomplexe aufzugreifen, die am Ende erfordern, alle bisherigen Lehrbücher an entscheidender Stelle umzuschreiben, selbst die eigenen. Der ethische Anspruch des Faches "Geschichtsschreibung" ist allerdings ein anderer; er verpflichtet immer zur Suche nach der historischen Wahrheit! So glaube nicht, dass der Schein trügt.

Auch mir ist in Sachen "pejorisierende Titulierung" schon Einiges widerfahren. So durfte ich gewisse Bezeichnungen, die bei mir gewiss nicht zutreffen, hin und wieder der lokalen Presse entnehmen; besonders lächerlich war das dann, wenn die "Expertisen" von vorlauten Zeitgenossen kamen, die selbst nie historisch gearbeitet, sondern allenfalls mit markigen Sprüchen versucht hatten, die Lufthoheit über die örtlichen Stammtische zu erringen (an denen ich selbst nie Platz nehmen würde). Andeutungen sollen an dieser Stelle genügen, konkrete Namen möchte ich nicht nennen, auch wenn ich könnte.

Soweit in eigener Sache.

Wie man es dreht und wendet: Das opportune Totschweigen und "Downgrading" von Konkurrenten im Fach ist ein Übel für die Wissenschaft an sich; es lähmt jeden Fortschritt, lässt die geschichtliche Wahrheit als Ziel fallen und bringt damit einen normer Schaden für die Allgemeinheit mit sich. Vor persönlichem Schaden als unabhängiger Privatforscher war ich gottseidank gefeit, musste ich doch, frei nach Krautz, nie von meinen Arbeiten leben. Mit ging es auch nie primär um das Durchsetzen meiner Positionen, um mein eigenes Renommé. So habe ich mich zuletzt selbst aus jeder Diskussionsmöglichkeit zurückgezogen und damit abgefunden, dass zu meinen Lebzeiten nichts Brauchbares mehr kommt, was bei dem allgemeinen kulturellen Niedergang unseres Landes sowieso kein Wunder nimmt. Im letzten Sommer ist dann meinerseits der Entschluss gefallen, mein Forschungshobby endgültig und komplett an den Nagel zu hängen - frei nach dem Motto: "Man muss mit einer Sache dann aufhören, wenn sie am schönsten ist."

Genau an diesem Wendepunkt meines langen Lebens angelangt, nach ca. 25 Jahren privater Forschung, erreichte mich dann im Sommer 2025 plötzlich ein Anruf aus der Universität Göttingen. Am Telefon war Prof. Dr. Frank Rexroth, seines Zeichens Ordinarius am Seminar für Mittlere und Neue Geschichte. Herr Rexroth teilte mir mit, die Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen wolle mich wegen meiner wissenschaftlichen Leistung im Fachbereich Scholastik, aber auch wegen meiner sonstigen Lebensleistung als privater Forscher, mit der sogenannte Brüder-Grimm-Medaille 2025 auszeichnen, mit dem höchsten Ehrenpreis, der in der Bundesrepublik Deutschland für einen außer-universitär Forschenden wie mich zu vergeben ist. Notabene: Herr Prof. Rexroth ist in den letzten Jahren wohl der einzige Vertreter einer deutschen Universität gewesen, der einige meiner frühen Werke zu A&H nicht nur durchstudiert, sondern dazu auch die entsprechenden Referenzen aus dem akademischen Ausland überprüft und nachgewiesen hat. Danach war sein Entschluss zur Unterstützung offensichtlich schnell gefasst!

Für mich war das wie das Aufblühen der Krokusse nach einem langen, schneereichen Winter! Das jahrzehntelnge Packeis war plötzlich gebrochen! So geht es also auch, dachte ich mir, wenn man es nur will!

Das Gespräch war kurz, doch Herr Prof. Dr. Rexroth hatte nicht nur mir, sondern seiner ganzen Zunft einen großen Dienst erwiesen. Und er versprach, sich in wenigen Tagen mit konkreteren Informationen ein zweites Mal zu melden. Sein "Halten sie sich das Wochenende von 22. November 2025 frei!" klang mir nach beiden Gesprächen noch lange im Ohr.

Immer wieder geriet ich ins Zweifeln: Hatte ich richtig gehört? Der Leser dieses Vorspanns wird verstehen, warum nach Jahren des Totschweigens diese Nachricht bei mir wie ein Bombe einschlug. War etwa mit diesem ehrenvollen Angebot die "Brandmauer" gefallen? Hatte man in Göttingen jenes Gespür entwickelt, das zuvor in dem an sich für mich zuständigen München nie erkennbar war, [4] nämlich das Gespür dafür, dass man mit Missachtung und Blockade der wissenschaftlichen Erkenntnis nicht dient? Oder ist es ganz einfach ein Göttinger Spezifikum, möglichst menschen- und bildungsfreundlich zu sein, also "Humanismus" wirklich zu leben, im besten Sinn des Wortes? Mit dieser Haltung ist man dann selbstverständlich auch offen für private und unabhängige Forschung!

Am Ende nahm ich das Letztere an: Man hatte sich m. E. von Seiten der "Alma mater Gottingensis" wirklich eines Guten - und im Vergleich zu Bayern - eines Besseren besonnen! Mehr noch: Die Achtung gegenüber Privatforschern wird dort seit Jahrzehnten, vielleicht sogar schon von Beginn, wirklich gepflegt! Deshalb in meinem Fall besonders gerne Hut ab: Die Berufung war völlig unbeeinflusst geschehen, denn nie zuvor in meinen Leben hatte ich mit einem Vertreter der Göttinger Universität in Verbindung gestanden, so sinnvoll dies im Fachbereich Mediävistik auch gewesen wäre.

So war meine Entscheidung schnell gefallen. Das betreffende Wochenende im November hielt ich mir frei. Die Vergabe der Brüder-Grimm-Medaille 2025 fand tatsächlich am 22. November 2025 statt.

Ich werte diese Auszeichnung als Symbol der Versöhnung und als krönenden Abschluss meiner wissenschaftlichen Tätigkeit im Alleingang - und darüber ergeht nun der folgende Bericht!

Berching, den 02. Dezember 2025                                                                                                                                             gez. Werner Robl

 


Die Georg-August-Universität zu Göttingen
 

Allen, die diese Seite lesen, sich aber im Universitätsbetrieb in Deutschland nicht recht auskennen, sei Folgendes vorangeschickt: Im Deutschland gibt es 422 Hochschulen, davon 108 Universitäten, mit ca. 2,9 Millionen Studenten insgesamt, darunter 400000 Studenten aus dem Ausland.

Die Georg-August-Universität Göttingen ist beileibe nicht die größte dieser Universitäten; hier haben vor allem Großstädte wie München, Berlin oder Frankfurt die Nase vorn. Allerdings wird jedem Vernünftigen bewusst sein: "Masse ist nicht immer Klasse!" Da sogenannte Hochschul-Rankings meistens eine unschöne Bias aufweisen, helfen auch sie nicht weiter. Deshalb fassen wir kurz unsere eigene Einschätzung zusammen:

In relativ kleinen Städten - Göttingen hat z. B. nur ca. 127 000 Einwohner -, befinden sich in der Regel die historisch bedeutsameren und traditionsreicheren Universitäten. Die Göttinger Universität ist im Jahr 1732/34 vom britischen König Georg II. (aus dem Hause Hannover) gegründet und 1737 eingeweiht worden. Damit ist sie nicht nur die älteste niedersächsische Universität, sondern auch eine der renommiertesten Universitäten Deutschlands. Aktuell unterrichten hier ca. 406 Professoren/innen und 1986 wissenschaftliche Mitarbeiter ca. 22 000 Studierende.

Vgl. dazu die [Homepage der Universität Göttingen] und [Universität Göttingen in Wikipedia]

Die Stadt Göttingen und ihre universitären Einrichtungen. Die eigentliche Altstadt ist blassgelb hervorgehoben.

Mehr noch: Selbst wenn die Universität Göttingen eine ansehnliche naturwissenschaftlich-mathematische Abteilung (mit mehreren Fakultäten und zahlreichen Forschungsenrichtungen) aufweist, so bleibt bis heute der geisteswissenschaftlich-philosophischen Abteilung der Vorrang, sowohl, was den nationalen und internationalen Ruf anbelangt, aber auch, was die Forschung betrifft.

Speziell in meinem eigenen Fachgebiet "Mediävistik" befindet sich die Universität Göttingen in deutscher Spitzenposition, nicht zuletzt auch deshalb, weil sie mit einer über 7,7 Millionen Medien aufweisenden Sammlung (inkl. zahlreicher seltener mittelalterlicher Handschriften) eine der besten deutschen Forschungsbibliotheken besitzt.

Noch exzellenter ist der Ruf der Universiät, wenn man auf das Fachgebiet "Mittelalterliche Schul- und Universitätsgeschichte" fokussiert, dem viele meiner früheren Forschungsarbeiten zuzurechnen sind, v. a. zum Philosophen und Theologen Peter Abaelard und seiner Frau Heloïsa. Im Forschungsgebiet "Mittelalterliche Scholastik" zählt der aktuelle Lehrstuhlinhaber, Prof. Dr. Frank Rexroth, zu den weltweit anerkannten Koryphäen, und das nicht erst seit seiner umfangreichen Monografie "Fröhliche Scholastik - Die Wissenschaftsrevolution des Mittelalters" (Beck-Verlag, 505 S., 2. Auflage 2019). Zur Erinnerung: Es war eben dieser versierte Fachmann, der mich in seiner Funktion als Vizepräsident der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen für das Jahr 2025 als Preisträger der Brüder-Grimm-Medaille vorschlug, was dann per Abstimmung vom Plenum der Akademie positiv beschieden wurde!

So handelt es sich bei der Verleihung der Brüder-Grimm-Medaille 2025 um eine hohe Ehre, von berufener Seite aus!

 


Die Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
 

Am 13. Juni 2025 hatte mich aus Göttingen eine kurze Email folgenden Inhalts erreicht:

"Lieber Herr Robl, die Plenarversammlung der Akademie beschloss heute Abend einstimmig, Ihnen im November die Brüder-Grimm-Medaille zu verleihen. Das freut mich außerordentlich, schon weil es mir die Gelegenheit gibt, Sie kennenzulernen, aber in erster Linie natürlich, weil damit Ihre beeindruckende Forschungsleistung in Sachen "Abaelard" etc. ausgezeichnet wird. Das offizielle Schreiben ergeht von Seiten unseres Präsidenten. Bitte halten Sie sich den 22. November frei. Herzliche Grüße, Ihr Frank Rexroth"

Damals traute ich kaum meinen Augen! Erst tief bewegt, dann voller Freude las ich diese Zeilen!

An dieser Stelle ergibt sich die Notwendigkeit, von der verleihenden Institution zu sprechen. Die altehrwürdige Göttinger Adademie der Wissenschaften hat sich erst jüngst den Zusatz "Niedersächsische" vorangestellt, um mit dem Bundesland, in dem sie agiert, auch den wichtigsten Sponsor zu ehren. Im Übrigen weist dieser Gelehrtenbund in Göttingen eine fast so lange Tradition auf, wie die Georg-August-Universität selbst. Als "SOCIETAS REGIARUM SCIENTIARUM GOTTINGENSIUM" wurde er im Jahr 1751 vom damaligen Landesherrn, König Georg II. August von Großbritannien und Kurfürsten von Hannover, aus der Taufe gehoben.

Die Göttinger Akademie stellt damit die älteste Einrichung dieser Art in Deutschland dar.

Links die Geschäftsstelle der NAWG in der Theaterstr. 7, rechts das barocke Siegel/heutige Wappen der einstmaligen Gelehrten-Sozietät, überschrieben mit dem Leitspruch "Fecundat et ornat", d. h., "Sie bringt Frucht und ist eine Zierde".

Nicht weniger als 74 Nobelpreisträger hat diese Gelehrtengesellschaft im Lauf ihres Bestehens hervorgebracht, in jüngerer Zeit die Biophysiker Erwin Neher und Bert Sakmann (beide Nobelpreis 1991 für Physiologie oder Medizin) und den Physiker Stefan Hell (Nobelpreis 2014 für Chemie). Aber auch andere Berühmtheiten gehörten zu ihrer Zeit zu diesem erlauchten Kreis, z. B. Christoph Lichtenberg, Johann Wolfgang von Goethe, Alexander und Wilhelm von Humboldt, die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm, von denen noch die Rede sein wird, Carl Friedrich Gauß, Felix Klein, Otto Hahn, Albert Einstein, Friedrich Hund, Werner Heisenberg und Manfred Eigen.

Heute zählt die mathematisch-naturwiessenschaftliche und geistes- und gesellschaftswissenschaftliche Klasse der Akademie je 40 Mitglieder unter 70 Jahren. Das bedeutet, dass im Schnitt nur jeder 5. Göttinger Professor/in in den Genuss kommt, in die Akademie berufen zu werden. In der Regel sind es die jeweiligen Lehrstuhlinhaber oder Professoren/innen, die eine bahnbrechende Leistung erbracht haben, die einen Ruf dorthin erhalten. Diese Fachleute arbeiten (im Schnitt mit jeweils einem weiteren Mitarbeiter) an derzeit 26 Projekten, darunter 18 Langzeitforschungsvorhaben, mit 24 Arbeitstellen in 7 Bundesländern, die alle von der Akademie (und ihren Geldgebern im Hintergrund) finanziert werden. Dabei geht es im Wesentlichen um interdisziplinäre, also klassen-überschreitende, aber auch um internationale Zusammenarbeit. Zur Akademie zählen deshalb auch zahlreiche kooptierte Wissenschaftler aus dem europäischen und außereuropäischen Ausland. Sie umfasst demnach derzeit 350 ordentliche und/oder korrespondierende Mitglieder.

Es handelt sich in der Tat um eine hochkarätige, der Wissenschaft verpflichtete Gemeinschaft, die mich nach Göttingen geladen hat! In einer Plenarversammlung derselben zum künftigen Preisträger ernannt zu werden, das widerfährt in der Tat nur wenigen "Sterblichen"!

Wer nun etwas mehr über die "Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen", kurz NAWG, erfahren will, sei auf ihre Homepage und auf einen zugehörigen Flyer verwiesen:

 


Die Brüder-Grimm-Medaille und ihre Preisträger

Betrachten wir im Folgenden die von der NAWG mir in Aussicht gestellte "Brüder-Grimm-Medaille":

Ausszug aus der Homepage der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften (Stand 26.11.2025, mit bereits aktualisierter Preisträgerliste, die zuoberst nun auch meinen Namen trägt).

An dieser Stelle habe ich ein wenig nachgerechnet und Statistik betrieben:

Es gibt bis dato (außer mir selbst) 14 Träger dieser Auszeichnung, die nur in unregelmäßgen Abständen bzw. mehrjährigen Intervallen und immer ohne vorherige Bewerbung vergeben wird. 10 Preisträger haben 2025 bereits das Zeitliche gesegnet, 4 von ihnen leben noch. 12 Preisträger haben zwar in dem Fach, in dem sie ihre Forschungsleistung erbrachen, nicht auf Dauer und unter fester Anstellung universitär gearbeitet, sie haben aber dieses Fach dennoch studiert, wobei einzelne Arbeiten direkt aus dem Studium selbst hervorgingen. Nur ein einziger früher Preisträger des Jahres 1968, der längst verstorbene Benno Eide Siebs, war wie ich selbst völlig fachfremd; er hatte also das Sujet, mit dem er sich forschend beschäftigte, nie studiert. Und keiner der bisherigen Preisträger hat ein derart großes und buntes Spektrum an Facharbeiten und Büchern zu den verschiedendsten Themen vorgelegt, wie ich selbst. Ich meine deshalb - in aller Bescheidenheit und in Kenntnis der eigenen Beschränktheit -, mich hinter dieser Riege von Preisträgern keinesfalls verstecken zu müssen.

 


Wer waren die Brüder Wilhelm und Jakob Grimm?

Wenn man eine Medaille mit den Konterfeis der Brüder  - nicht Gebrüder! - Grimm erhält, kommt man nicht umhin, sich ein wenig mit deren Lebensleistung zu beschäftigen. In diesem Zusammenhang hat die AI-Plattform GROK das Wissen darüber binnen Sekunden auf den kleinsten Nenner gebracht:

Jacob Grimm (1785-1863) und sein jüngerer Brüder Wilhelm (1786-1859), beide gebürtig in Hanau, retteten im turbulenten 19. Jahrhundert als hochbegabte "Dilletanti" (Amateure) - sie waren an sich gelernte Juristen - die deutsche Sprache und das deutsche Kulturgut für die Moderne und schufen zugleich die Grundlage der wissenschaftlichen Germanistik und Volkskunde.

Links das Brüder-Grimm-Nationaldenkmal auf dem Hanauer Marktplatz, von Syrius Eberle, aus dem Jahr 1896; rechts das Doppelporträt Jacob und Wilhelm Grimms, von 1843, nach einem Entwurf ihres jüngeren Bruders Ludwig E. Grimm (1790-1863).

Konkret bedeutet das:

 
Bekannte Werke der Brüder Wilhelm und Jakob Grimm: oben die "Kinder- und Hausmärchen", unten das "Deutsche Wörterbuch".

Kurzum:

Die Brüder Grimm machten aus dem zerstreuten, vom Verschwinden bedrohten volkstümlichen und sprachlichen Erbe der Deutschen ein bewusstes nationales Kulturgedächtnis – und entwickelten dabei gleichzeitig die wissenschaftlichen Methoden, mit denen man dieses Erbe bis heute erforscht. Deshalb gelten sie zu Recht als die "Väter der Germanistik" und als die wohl einflussreichsten Kulturwissenschaftler des 19. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum.

Besonderen Respekt ringen uns die Brüder Grimm speziell in den Jahren 1830 bis 1837 ab, als sie als ordentliche Professoren an der Georg-August-Universität in Göttingen lehrten und forschten. Sie gehörten zu den "Göttinger Sieben" und scheuten sich nicht - in einer für heutige Verhältnisse eher ungewöhnlichen, um nicht zu sagen undenkbaren Art und Weise -, politisch Flagge bzw. ihrem neuen Landesvater, König Ernst August I. von Hannover, die rote Karte zu zeigen, als er im Begriff stand, die eigene Verfassung zu brechen. Nachdem die Brüder Grimm am 18. November 1837 mit fünf weiteren Göttinger Professoren in einem öffentlichen Schreiben gegen die Aufhebung der Verfassung durch den König protestierten, wurden sie von diesem nicht nur geächtet und sämtlicher Ämten enthoben, sondern sogar des Landes verwiesen. Diese Ausweisung per Dekret vom 12. Dezember 1837 betraf allerdings nur Jacob Grimm, als einzigen Nicht-Staatsrechtler der Göttinger Sieben; sein Bruder Wilhelm ging aber aus Solidarität freiwillig mit ihm nach Berlin. Erst drei Jahre später wurden beide durch König Friedrich Wilhelm IV. von Preussen öffentlich rehabilitiert.

[Die Göttinger Sieben in "Wikipedia"]

Links die "Göttinger Sieben" im Einzelnen: In der oberen Reihe der Historiker Georg Gottfried Gervinus (1805-1871; Landesverweis) und der Staatsrechtler Wilhelm Eduard Albrecht (1800-1876), in der mittleren Reihe der Orientalist und Theologe Georg Heinrich August Ewald (1803-1875), der Staatswissenschaftler Friedrich Christoph Dahlmann (1785-1860; Landesverweis) und der Physiker Wilhelm Eduard Weber (1804-1891), in der untere Reihe der Jurist, Sprach- und Literaturwissenschaftler Wilhelm Grimm (1785-1863) und sein Bruder, der Sprach- und Literaturwissenschaftler sowie Märchen- und Sagensammler Jacob Grimm (1785-1863; Landesverweis).

Rechts das eigenartige Denkmal der "Göttinger Sieben" auf dem Bahnhofsvorplatz von Göttingen. Der große Sockel ist dem Sockel des Ernst-August-Denkmals in Göttingen nachempfunden, doch im Gegensatz zu diesem gibt es darüber keine Standbilder der Professoren, da diese ja soeben "gestürzt" worden waren. Man findet lediglich ihre Namen auf der Rückseite des Denkmals.

Worin bestand bei der Aktion der "Göttinger Sieben" die besondere politische Leistung der Brüder Grimm?

Sie wurden in der deutschen Öffentlichjkeit nicht als Juristen, sondern als Philologen, Bibliothekare und Märchensammler, also als Deutsche, die zu nationaler Berühmtheit gelangt waren, wahrgenommen. Dies gereichte zum Symbol dafür, dass der Protest gegen die Aufkündigung der Verfassung durch König Ernst August I. nicht eine formal-juristische Angelegenheit blieb, sondern für die gesamte wissenschaftliche und kulturelle Elite des Landes von einschneidender Bedeutung wurde – also gerade auch für die "Dichter und Denker", die das geistige Deutschland repräsentierten.

Kurz: Jacob und Wilhelm Grimm machten aus der juristischen Aktion der "Göttinger Sieben" einen gesamtdeutschen Kulturprotest!

Der mutige Schritt der "Göttinger Sieben" wurde alsbald zur Legende in ganz Deutschland und zum Vorbild für viele, war er doch ein Zeichen dafür, dass die liberale Bewegung sich nicht mehr aufhalten ließ. So nimmt es kein Wunder, wenn im Rahmen der deutschen Revolution 1848/49 die 7 Göttinger Professoren fast alle in der Nationalversammlung der Frankfurter Paulskirche vertreten waren, entweder als ordentliche Mitglieder oder als Ehrenmitglieder, wie auch die Brüder Grimmm.

Worin liegt die Bedeutung der Brüder Grimm für mich selbst, so überlegte ich am Ende:

Ein ganzes Leben lang haben mich beide begleitet, von den ersten Kindertagen an mit ihren berühmten Märchen, die ich mir als kleiner Junge immer und immer wieder vorlesen ließ und die ich liebte, bis hin zum hohen Alter und zum Ruhestand, durch die Worterklärungen in dem nach ihnen benannten Deutschen Wörterbuch, auf das ich so viele Male zurückgriff. So blieben die Brüder Grimm mir immer vertraut und sie standen in meiner anhaltenden Bewunderung, vor allem ob ihrer Beschlagenheit und Vielseitigkeit!

Mehr noch: Die gerade in den Brüdern Grimm aufscheinenden Attitüden - Imagination und Fantasie, aber auch Intuition und Vision, Scharfsinn, Fleiß und Aufrichtigkeit, nicht zuletzt aber auch ihre bewunderswerte Zivilcourage in politischen Fragen, selbst unter Inkaufnahme von persönlichen Nachteilen, wenn es um die Freiheit des Denkens und um die Wahrheit ging - das alles machte mir die Brüder Grimm zu ausgesprochenen Geistesbrüdern:

"So nehmet auch mich, ihr lieben Brüder Grimm, zum Genossen an! Ich sei, gewährt mir die Bitte, in eurem Bunde der Dritte!" möchte ich frei nach Friedrich Schiller, Die Bürgschaft, ausrufen!

Das Tragen einer Medaille zum Andenken an die Brüder Grimm, mit ihrem Konterfei, das wusste ich vorweg, hat für mich eine ganz besondere Bedeutung; die Verleihung wird mir zu Herzen gehen und eine große Ehre sein!

 


Fahrt mit dem ICE nach Göttingen
 

Am Freitag, der 21. November 2025, ist es soweit: Frühmorgens geht es zunächst mit dem Auto auf einen bahnhofsnahen Parkplatz in Neumarkt i. d. Opf., dann besteigen wird den Regionalexpress nach Nürnberg, und in Nürnberg schließlich den ICE von München nach Hannover, welcher jedoch nur zwischen Würzburg und Kassel mit 200 Stundenkilometern Höchstgeschwindigkeit seinem Namen alle Ehre macht. Dennoch empfinden wir die Fahrt nach Göttingen als kurz und angenehm; ich kann zwischenzeitlich in Ruhe meinen Gedanken nachhängen. Um 11 Uhr vormittags, bei leichten Minustemperaturen und Sonnenschein, kommen wir dann am Hauptbahnhof Göttingen an!

Mit dem fast leeren ICE von Nürnberg nach Göttingen.

Der Bahnhof von Göttingen und sein berühmt-berüchtigter Fahrrad-Friedhof, wo immer wieder massive Räumungsaktionen für Ordnung sorgen müssen.

Vom Bahnhof bis zu unserer Unterkunft, dem altehrwürdigen Hotel Gebhards, sind es zu Fuß nur 5 Minuten. Da ich zuvor per Telefon um den Bezug des bestellten Zimmers schon um die Mittagszeit herum gebeten habe, um mich in Ruhe auf die Rede am Nachmittag vorbereiten zu können, stellt man uns nicht ein kurz zuvor benutzes Zimmer zur Verfügung, sondern gleich eine ganze, zuvor ruhende Suite, mit Schlafzimmer, Salon, Badezimmer und Balkon. Es ist die schönste, sauberste und bestens funktionierende Unterkunft, die wir je in einem Hotel dieser Größenordnung hatten.

So beginnt dieser erste Akademie-Tag bereits unter guten Vorzeichen!

Interieur und Exterieur des altehrwürdigen, aber schön renovierten Hotel Gebhards, direkt gegenüber vom Göttinger Bahnhof.

 


Der Göttinger Wilhelmsplatz und die historische Aula von 1835/37
 

Um 14 Uhr begeben wir uns zu Fuß, quer durch die Göttinger Innenstadt mit ihrer Fußgängerzone, bis zum 850 m entfernten Wilhelmsplatz. Ihn prägt im Norden die historische Große Aula der Georg-August-Universität aus den Jahren 1835/37, der Veranstaltungsort der beiden folgenden Tage.

Viele historische Ereignisse haben sich an diesem Platz abgespielt. Bauherr der stilreinen spätklassizistischen Aula war Wilhelm IV., in Personalunion König des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland und König von Hannover. Wilhelm IV. fungierte damals auch als Rektor der 100 Jahre zuvor gegründeten Göttinger Universität. Von ihm wurde 1834 auch der Wilhelmsplatz angelegt; diesen ziert noch heute sein monumentales, 1837 errichtetes Denkmal.

Die obere Südfront des Mittelrisaliten der Großen Aula am Wilhelmsplatz strahlt am Mittag in der Novembersonne. Wenige Tage vor dem Advent 2025 ist ein Christbaum schon aufgestellt, aber noch nicht erleuchtet.

Der Giebel der Aula ist einem klassischen Tempelfries mit zahlreichen allegorischen Figuren der Wissenschaft nachempfunden. Hier liest man in großen lateinischen Lettern: "GUILELMUS IV. REX ACADEMIAE SUAE GEORGIAE AUGUSTAE ET BONIS ARTIBUS MDCCCXXXVII - KÖNIG WILHELM IV. SEINER GEORG-AUGUST-AKADEMIE UND DEN SCHÖNEN KÜNSTEN 1837".

Das Wetter meint es gut mit uns: Kein Regen, geringe Luftfeuchtigkeit, viel Sonnenschein, allerdings im Schatten auch Winterkälte. Die tangentialen Strahlen der tiefstehende Mittagssonne lassen die Front des Aula-Gebäudes profiliert aufleuchten.

Leider liegt das Denkmal König Wilhelm IV. komplett im Schatten, in dem es schon empfindlich kalt ist.

Platz und Aula sind es durchaus wert, sich etwas näher damit zu beschäftigen. Beste Auskunft darüber gibt ein informativer, reich bebilderter Flyer, den die Universität Göttingen im Jahr 2023 eigens herausgegeben hat:

Zur Orientierung auf die Schnelle genügt auch folgender Eintrag in Wikipedia: Wir begeben uns zunächst in das neben dem Wilhelmsplatz liegende, bei Professoren wie Studenten sehr beliebte Café "INTI", wo wir vor der Akademiesitzung auf meinen Mentor, Prof. Frank Rexroth, treffen und gemeinsam eine Tasse Tee trinken. Leider haben wir hier kein Foto gemacht; es waren auch nur für wenige Minuten, in denen wir uns unterhalten und kennenlernen konnten.

 


Der Akademie-Saal
 

Alsbald schlägt die Uhr 16 Uhr 15, und wir begeben uns gemeinsam hinüber in die Aula, wo 15 Minuten später die sogenannte "Preisträgersitzung" im "Akademiesaal" beginnt. Der Akademiesaal ist nicht sehr groß; er liegt im Obergeschoss des linken Seitenflügels der Aula.

Hier, im Obergeschoss des Westflügels der Aula, im sogenannten Akademiesaal, findet die heutige Preisträgersitzung statt.

Bei der Wanddekoration des Akademiesaals dominieren große Fresken mit Abbildung der griechische Musen, die gemalte Wandtäfelung und der Deckendekor sind Vorbildern aus Pompeiji und Herculaneum nachempfunden, die Farben und Ornamente stammen von griechischer und römischer Terra-Sigillata-Keramik.

Die Deckenmalerei des Akademiesaals.

Dieser inspirierende "Musen-Saal" ist mit einem langen, fast raumfüllenden Tisch und zahlreichen Sesseln bestückt; er bietet maximal 50, eher sogar weniger Personen Raum und ist deshalb nicht für öffentliche, sondern nur für interne Veranstaltungen und vor allem für Arbeitssitzungen der Universität und der Akademie vorgesehen. Letztere tagt dort nicht nur an diesem Freitag, sondern an fast allen Freitagen des Jahres.

Der Akademiesaal der Universität Göttingen mit seinem Mobiliar.

 


Preisträger-Sitzung am Freitag, den 21. November 2025, um 16 Uhr 30
 

Sinn dieser Freitagssitzung der Akademie ist es nicht, die Preisträger des Jahres 2025 einem großen Auditorium vorzustellen - dies geschieht erst bei der großen Festveranstaltung am Folgetag -, sondern einem kleinen Kreis, der sich aus dem Präsidenten der Akademie und seinen Stellvertretern, aus einigen Ordinarien sowie aus den Preisträgern und deren Laudatoren zusammensetzt. Alle anderen Akademie-Mitglieder - mehr als 350 an der Zahl! - können sich grundsätzlich per ZOOM auf die Veranstaltung aufschalten, allerdings nutzen diese Gelegenheit nur wenige, da man sich später durch die schriftlichen Publikationsorgane der Akademie über die Preisträger bequemer und schneller informieren kann.

Wer jedoch zu diesen Preisträger-Sitzungen regelmäßig hinzustösst, das ist die Riege der "alten Herren" (und natürlich Damen) der Akademie, also emeritierte Lehrstuhlinhaber oder Wissenschaftler von hoher Reputation, die auch im Ruhestand den Kontakt zur Akademie und zu Ihren Nachfolgern an der Universität nicht abbrechen lassen wollen.

Was auf den ersten Blick hin wie eine Altherren-Veranstaltung wirkt, entpuppt sich also auf den zweiten Blick hin durchaus eine hochkarätige, erlauchte Gesellschaft von Menschen von hoher geistiger Agilität und großer Lebenserfahrung, aber eben von etwas höherem Durchschnittsalter, als die Akademie als solche aufweist.

Ich habe, das sei vorweg gesagt, diese Sitzung, in der sich die einzelnen Preisträger kurz mit ihrem wissenschaftlichen Programm vorstellen, als durchaus fordernd, aber auch als herzlich und angenehm - auch im Sinne der Traditionspflege - empfunden!

Es folgt als Nächstes das vorweg publizierte Programm dieser nicht-öffentlichen Akademie-Sitzung:

Programm der Preisträger-Sitzung am Freitag, den 21. November 2025.

Zunächst findet der Präsident der NAWG, der Literaturwissenschaftler und Amerikanist Prof. Dr. Daniel Göske, ebenso launige wie freundliche, manchmal aber auch selbstironische Worte, bei seinem kurzen Rechenschaftsbericht über die diesjährigen Aktivitäten der Akademie.

Der Präsident bei seiner Eröffnungsrede.

Mein Sitzplatz an der Tafel ist direkt neben dem des Präsidenten, zu meiner Linken sitzt mein Laudator, Prof. Dr. Frank Rexroth, Vizepräsident der NAWG. Man hat mir also einen besonderen Ehrenplatz eingeräumt. Neben Herrn Rexroth sitzt der Slavist und Prof. emerit. mult. Dr. mult. Werner Lehfeldt, der mir in Konsequenz meiner kurzen Rede diesem Tages am Folgetag ein bedeutsames Werk aus seiner Feder, die erst jüngst erschienene Biografie Daniel Gottlieb Messerschmidts (1685-1735) schenkt, des Entdeckers und Erstbeschreibers Sibiriens. Der 2. Vizepräsident der NAWG zu Göttingen, der Tiermediziner, Lehrstuhlinhaber und Klinikdirektor Dr. Bertram Brenig, hat sich wegen akuter Erkrankung entschuldigen lassen.

Kurz vor dem ersten Preisträger-Vortrag. Links unten gerade noch im Bild erkennbar Prof. Dr. Jens Laut, Turkologe und Orientalist, welcher vor Prof. Dr. Frank Rexroth Vizepräsident der NAWG Göttingen war. Rechts unten im Bild im Seitenprofil, in ein Gespräch vertieft, Prof. emerit. mult. Dr. mult. Werner Lehfeldt. In der Mitte die namentlich unbekannte Hardware-Betreuerin, die leider mit technischen Problemen kämpft und deshalb die Sitzung via ZOOM nicht fehlerfrei übertragen kann.

Wir überspringen den ersten Preisträger-Vortrag von Prof. Michael Famulok von der Universität Bonn, der von seinem hochkomplizierten, für Laien fast unverständlichen Forschungssystem "SELEX" zur Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR) berichtet, das ihm nun den mit 10000 € dotierten Manfred-Eigen-Preis der NAWG eingetragen hat.

Im Folgenden beschränken wir uns, so interessant dieser Vortrag auch war - wie auch die Referate der anderen Preisträger -, auf die Darstellung des eigenen Parts, um nicht unnötig das Copyright der NAWG für diese nicht-öffentliche Sitzung zu strapazieren.

Zweiter Preisträger in der Reihe bin tatsächlich ich selbst, wobei es bei mir im Gegensatz zu den anderen Preisträgern nicht darauf ankommt, von der Methodik und Aussagekraft einer einzelnen Untersuchung/Arbeit zu berichten, sondern lediglich eine Übersicht über meine wichtigsten Arbeiten der letzten 25 Jahre zu geben. Dies geschieht jeweil mit nur einem Satz zu Thema und Exposé, und einem weiteren Satz zum Forschungsresultat und zu Quintessenz desselben. Mein Laudator ist Herr Prof. Dr. Frank Rexroth, der mich ja bereits für die Verleihung der Brüder-Grimm-Medaille 2025 vorgeschlagen und - wenn man so will - bei der Akademie "durchgeboxt" hat. Herr Rexroth ist an der Goerg-August-Universität im Fachbereich "Geistes- und Kulturwissenschaften" Lehrstuhlhaber und Professor für Mittlere und Neuere Geschichte, wie auch für die Geschichte der europäischen Universität, obendrein ein ausgewiesener Experte der mittelalterlichen und neueren Scholastik. Ihm gilt mein besondererer Dank, und ich hoffe, er nimmt mir die Veröffentlichung seiner kurzen, aber prägnanten Laudatio an dieser Stelle nicht übel.

Zum Abspielen des Film-Clips von ca. 3,5 Minuten bitte auf das folgende Bild klicken!

Es folgt die summarische Vorstellung meiner Forschungsaktivitäten durch mich selbet, mit einigen Angaben zu meiner Motivation, diese private Forschung betrieben zu haben. Angesichts der vielen Arbeiten, die ich zu diversen Themen in meinem Leben vorgelegt habe, kommt nur eine Bruchteil derselben, aber immerhin der wichtigsten, zum Vortrag. Aber selbst damit sprenge ich, wegen immer wieder eingeschobener freier Redeanteile, den Zeitrahmen von 10 min., den das Programm vorgab und den mein vorbereitetes Manuskript beim raschen Verlesen auch eingehalten hätte.

Obendrein hat die ZOOM-Aufzeichnung in dieser Zeit die von mir vorbereitete Folie mit den Adressen meiner drei Homepages - zum Gluckhaus, zum Thema Abaelard und zu mir selbst -, ständig in den Vordergrund gestellt, so dass meine Rede selbst nur im Kleinformat zu erkennen ist. Da in dieser Zeit hat auch die Tonspur von ZOOM stellenweise ein unschönes Echo meiner Stimme und viel zu viel Hall aufzeichnete, was weite Teile meines Vortragstextes bis zur Unkenntlichkeit entstellt, habe ich schlussendlich auf diese Originalaufzeichnung verzichtet. Stattdessen kommt hier der Mitschnitt meines Sohnes Florian zur Darstellung, der meine Selbst-Vorstellung einfach mit der Handy-Kamera von Bildschirm seines Computers abfilmte.

Wer es sich antun will, kann also hier durch Klick auf das folgende Bild diese alternative Aufzeichnung anhören.

Um der höheren Ärthetik willen stelle ich im Folgenden auch noch meine Vortragsfolie im Großformat und den Text meiner Rede in sprachlich geglätteter und um einige Angaben erweiterter Schriftform vor. So kann man sich die laienhaften Ton-Aufzeichnungen ersparen und sich dennoch, ja sogar noch etwas genauer, über den Inhalt dieser Preisträger-Vorstellung informieren.

Meine Hintergrundfolie bei der Vorstellung im Akademiesaal.

Diese einfachen Bücher, im Text erwähnt, haben meine Vorliebe für Geschichte und Kunstgeschichte, und insbesondere für die klassischen Antike, begründet und gefördert.

Es folgt noch das Manuskript derselben Rede im PDF-Fromat, geeignet zum Download, zum Ausdruck und zum Öffnen der im Manuskript enthaltenen Links zu den jeweiligen Arbeiten, welche auf den obigen Bildern nicht aktivierbar sind.

[Das Manuskript zur Selbst- und Werkvorstellung als PDF]

Es dauert, bis sich alle Preisträger des folgenden Tages in gleicher Weise vorgestellt haben, die Sitzung wird erst gegen 19 Uhr aufgehoben. Danach folgt bei einem leckeren Imbiss und einem guten Schluck Wein ein geselliges Zusammensein im Gartensaal der Akademie in der Theaterstraße 7. Hinzu kommen viele geistreiche und anregende Gespräche und immer wieder auch anerkennende Worte, von Seiten des versammelten Wissenschaftlerkreises.

Geselliges Beisammensein im Gartensaal des Akademiegebäude in der Theaterstra. 7 in Göttingen. Ein schöner Fachwerkbau!

Erst gegen 21 Uhr kehrten wir zurück in unser Hotel, müde zwar und etwas erschöpft, aber auch erleichtert darüber, dass wir einen derart gelungenen und harmonischen Tag, zusammen mit einem ausgewählten Kreis an Mitgliedern der Akademie zu Göttingen, verbringen durften.

 


Festakt im Großen Saal der Aula, Samstag, der 22. November 2025, 11 Uhr
 

Was folgt, ist der alljährlich sich wiederholende Festakt der Akademie der Wissenschaften am Samstag, zu dem auch Vertreter der Landesregierung Niedersachsen, der Stadt Göttingen und der örtlichen Presse geladen sind, sowie alle Mitglieder, Mitarbeiter und Freunde der Akademie und eine interessierte Öffentlichkeit.

Offizielle Einladung der NAWG zur Jahrfeier 2025.

Wir sind nach dem Frühstück bei knackiger Kälte von unseren Hotel erneut zu Fuß zum Veranstaltungsort gegangen und kommen  so früh an, dass wir nun im vollen Tageslicht die Aula erst einmal von innen besichtigen, fotografisch dokumentieren und uns auch ausreichend aufwärmen können.

Der Preisträger in spe vor den heiligen Hallen! Der etwas streng gehaltene Eingangsbereich der Göttinger Aula erinnert in seiner klaren Formensprache an den "preussischen" Klassizismus eines Karl Friedrich Schinkel (1781-1841).

Um die Mitarbeiter der Catering-Firma, welche den mittäglichen Stehempfang vorbereiten, und auch die beiden geladenen Musikerinnen bei der Probe nicht zu stören, wärmen wir uns im Akademiesaal auf, also dort, wo am Vortag die Preisträgersitzung stattgefunden hat. Draußen ist es in der vorangegangenen Nacht ziemlich kalt gewesen. Und noch am Vormittag hat es knackige - 6 ° Celsius!

9 Uhr 50: Aufwärmen im Akademiesaal.

9 Uhr 55: Nachgestellte Szene: Der Preisträger in spe Robl noch einmal am Ort der Rede von Vortag.

10 Uhr: Im Foyer der Aula sind bereits die Tische für den Stehempfang nach dem Festakt aufgestellt, Oksana wärmt sich im Sonnenlicht, das durch die hohen Fenster der Vorhalle dringt, etwas auf.

10 Uhr 5: Der leere Festsaal.

Es handelt sich bei der Großen Aula der Georg-August-Universität Göttingen um einen der schönsten und stilreinsten Säle des Spät-Klassizismus in Deutschland - wenn nicht überhaupt um den schönsten schlechthin! Saalbestimmend ist die dorische Ordnung der marmorierten Säulen. Hier atmet fasst alles die Wiederentdeckung der klassischen Antike Griechenlands.

10 Uhr 10: Die Große Aula mit der Königswand ist bereits geöffnet. Im Vordergrund die "Mit-Preisträgerin" Oksana Robl.

10 Uhr 30: Werner Robl, der alsbald die Brüder-Grimm-Medaille entgegennehmen wird, hängt zunächst noch seinen Gedanken nach (links im Bild), dann sieht auch er sich im Aula-Gebäude um.

10 Uhr 45: Der Festsaal füllt sich allmählich.

Als augenfälligstes Merkmal des Saales, der inklusive Empore in etwa 500 Besucher fasst, folgt die sogenannte Königswand, mit den klassizistisch gerahmten Großgemälden und einer zentralen Büste von 5 englischen Königen aus dem Hause Hannover, die Göttingen und seine Universität geprägt haben:

Links oben erkennt man Georg II. (1683-1760), König von Großbritannien 1727-1760, der 1732/37 die Göttinger Georg-August-Universität gründete. In der Mitte oben befindet sich das Gemälde von Georg IV. (1762-1830), König von Großbritannien 1820-1830. Rechts oben "thront" Wilhelm IV. (1765-1837), König von Großbritannien 1830-1837, der die Aula in Göttingen 1835/37 errichten ließ. Links unten befindet sich Ernst-August von Hannover (1771-1851), britischer Prinz und König von Hannover 1837-1851. In der Mitte unten steht die Büste Georgs III. (1738-1820), König von Großbritannien 1760-1820. Rechts unten (hier von der Leinwand verdeckt) befindet sich das Gemälde Wilhelms I. (1797-1888), König von Preußen 1861-1888 und deutscher Kaiser 1871-1888.

Die sogenannte Königswand, mit den Gemälden und einer zentralen Büste von 5 englischen Königen aus dem Hause Hannover.

10 Uhr 45: Der Titel des nachfolgenden Festaktes ist bereits auf die Großleinwand zur Rechten der Bühne projiziert!

Pünktlich um 11 Uhr beginnt die Öffentliche Jahrfeier der Niedersächsichen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Nach einem Grußwort Rüdiger Eichels vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur, und einer ersten Musikeinlage ergreift der Präsident der Akademie zu Göttingen, Prof. Dr. Göske, das Wort. Mit launigen Worten legt er den Tätigkeitsbericht der interdisziplinär und international agierenden Akademie vor, mit mehr als 350 Mitgliedern und zahlreichen Projekten. Im Rahmen seiner Rede kann sich Prof. Dr. Göske nicht verkneifen, auf den "Bauernkönig" Georg III. (1738-1820) zu rekurrieren und zur Demonstration seiner Büste eine Bauern/Arbeiter-Mütze aufzusetzen.

Prof. Dr. Göske und der "Bauernkönig" Georg III. (1738-1820), mit Mütze. Foto: Adrienne Lochte

Blick in den vollbesetzten Saal. Wir sitzen wie die meisten Preisträger in der zweiten Reihe links; die Sitzplätze sind mittels Kärtchen genau zugewiesen.

Wir sitzen auf der linken Seite in der zweiten Reihe (siehe Pfeil und Vergrößerung). Links im Bild Prof. Dr. Frank Rexroth, neben ihm Ingo Schulze. Foto: Adrienne Lochte

Nach und nach nähern wir uns dem Moment der Preisübergabe - das Wort "Verleihung", so wurde uns zuvor gesagt, sei inhaltlich falsch, da hier nichts verliehen, sondern nur auf Dauer vergeben werde. Diese Übergabe begründet und vollzieht nicht der jeweilige Laudator des Vortags, sondern für die mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse (3 Preise) Präsident Prof. Dr. Göske, für die geisteswissenschaftlich-philosophische Klasse (2 Preise) Vizepräsident Prof. Dr. Rexroth.

Nun holen wir im Folgenden nach, was wir bei der Schilderung der Akademie-Sitzung am Vortrag versäumt haben, nämlich alle Preisträger mit ihrem Laudator kurz in Wort und Bild vorzustellen.

Folgende Liste der Preisträger stammt von der Homepage der Akademie:

Die Preisträger in der Gesamtheit.

Die folgenden Herren sind die Preisträger der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Klasse, mit ihren Laudator Prof. Dr. Göske. Von links nach rechts:

Fotos: Adrienne Lochte

Nach diesen Preisträgern sind die Vertreter der Geisteswissenschaftlich-Philosphischen Klasse an der Reihe. Der erste von beiden ist meine Wenigkeit; hier folgt die Darstellung etwas ausführlicher.

Zunächst ergreift der Vizepräsident Prof. Dr. Rexroth das Wort:

Die Laudatio vor der Übergabe der Brüder-Grimm-Medaille. Foto: Adrienne Lochte

Es folgt der von meiner Frau mit dem Handy mitgeschnittene Video-Clip, von etwas motorischer Unruhe. Dazu bitte auf das Bild klicken und die Lautstärke entsprechend hochdrehen!

Laudator für "meinen" Preis ist derselbe wie am Vortag, Prof. Dr. Frank Rexroth. Ohne Herrn Rexroth hätte es für mich diese Auszeichnung nie gegeben; er ist der eigentliche "spiritus rector" des Preises!

Dafür statten wir Herrn Prof. Dr. Rexroth gerade an dieser Stelle - für uns der Höhepunkt dieser zweitägigen Veranstaltung in Göttingen - unseren aufrichtigen und herzlichen Dank ab!

Es folgen einige Fotografien der Preisübergabe:

Die Übergabe des Preises ...

... ein schöner und feierlicher Moment! Fotos: Adrienne Lochte

Die Freude ist groß! Foto: Adrienne Lochte

Wir wollen es nicht versäumen, auch noch den 2. Preisträger der Geisteswissenschaftlich-Philosophischen Klasse zu zeigen, den Juristen und angehenden Staatsrechtler Dr. Lukas Huthmann von der Universität Berlin, der während des Festaktes neben mir saß und nunmehr als letzter seinen Preis verliehen bekommt.

Der Jurist Dr. Lukas Huthmann und sein Preis für die Dissertation "Strafrecht in Europa: Ein Sonderfall der Integration?" Foto: Adrienne Lochte

Es folgt der geistreich-unterhaltsame Teil der Festveranstaltung, mit doppelter musikalischer Umrahmung:

Den Festvortrag des Vormittags mit der Überschrift "'... denn er half ihm, ein guter König zu sein' - Wozu Akademien taugen." hält der bekannte Schriftsteller Ingo Schulze, langjähriger Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, mit Sitz in Darmstadt.

Am Vortrag von Ingo Schulze hat uns am meisten sein eindringlich-ernster Friedensappell gegen Ende der Rede beeindruckt, dichterisch mit allegorischen Bildern aus einem Kriegsgräberfriedhof unterlegt. Foto: Adrienne Lochte

Für die musikalische Begleitung der Feier haben zwei junge Musikerinnen vom Institut zur Früh-Förderung musikalisch Hochbegabter (IFF) in Hannover gesorgt, die Russlanddeutsche Elisabeth Prijmak am Flügel und die Koreanerin Yuni Kim mit ihrer Oboe. Ihre drei musikalischen Einlagen gaben einen Querschnitt durch die heutige Kammermusik; es handelte sich konkret um jeweils 3 Sätze aus Kompositionen von Johann Sebastian Bach (mit einer Variation über das berühmte "Air" aus der 3. Orchestersuite), von Robert Schuhmann und zum Schluss von Pierre Sancan.

Elisabeth Prijmak und Yuni Kim machen ihre Sache gut und ernten am Ende anhaltenden Applaus, währenddessen der Präsident kleine Geschenke der Anerkennung und des Dankes überreicht. Foto: Adrienne Lochte

Noch während der Festveranstaltung hat uns die Neugier gepackt; wir öffnen deshalb die mit purpurnem Samt ausgeschlagene Schatulle und betrachten die schwere bronzene Brüder-Grimm-Medaille von allen Seiten. Zuhause nachgemessen, hat sie ein Gewicht von 150 g und einen Durchmesser von 7,5 cm.

Die Brüder-Grimm-Medaille ...

Diese schöne Bronze-Medaille in ihrer Schatulle ist also relativ schwer. Beim Applaus muss ich sie loslassen; prompt rutscht sie, der Schwerkraft folgend, von meinen Schenkeln und droht, auf den Saalboden zu poltern. Am Ende hilft ein Trick: Die Urkundenrolle wird zwischen die Knie gepresst, damit das Abrutschen der Schatulle mit der Medaille verhindert, und schon sind die Hände zum Klatschen frei!

... ist kein kleines Münzchen.

Ehe der Festakt zu Ende geht, werfen wir noch kurz einen Blick auf die Teilnehmer/innen der Sitzreihe vor uns, die wir fotografisch dokumentiert haben:

Zur Linken am Bildrand erkennt man einen der Preisträger, den irischen Paläontologen Derek Briggs, der - welch verwegenes Vorhaben - die Nachweisgrenze bei Fossilien von 400 Millionen Jahren vor unserer Zeit bis auf 800 Millionen Jahre vorschieben will! Zum Nachweis von immer winziger werdenden Fossilienpartikeln hat er bahnbrechende Methoden entwickelt, die ihm nun seinen Ehrenpreis, die Adolf-Seilacher-Medaille, eingebracht haben. Neben ihm sitzt sein Mentor in Göttingen, der Paläontologe Prof Dr. Joachim Reitner, bis vor kurzem Inhaber des Lehrstuhls für Geobiologie.

Die daneben sitzenden Damen und der eine Herr sind die offiziellen Vertreter der Stadt Göttingen (von der sich die NAWG Unterstützung erhofft). Es handelt sich konkret um die 4 ehrenamtlichen Bürgermeister/innen, von links nach rechts Jutta Steinke von der SPD, Onyeka Oshionwu vom Bündnis 90/Die Grünen und Dr. Ehsan Kangarani von der CDU. Alle erhoffen sich im nächsten Jahr die Wahl zum/zur hauptamtlichen Oberbürgermeister/in von Göttingen, doch nur eine/einer kann es werden! Aber noch ist die scheidende Oberbürgermeisterin Petra Broistedt von der SPD, im Bild ganz zur Rechten, im Amt. Ihr gebührt am Ende die Aufhebung der Festveranstaltung - und die Einladung zum anschließenden Stehempfang in der Vorhalle, den die Stadt Göttingen für die NAWG ausrichtet.

Mit den beiden Oberbürgermeisterkandidatinnen in spe haben wir uns am Ende des Festaktes eine Zeit lang gut unterhalten; sie waren, was unsere Situation betrifft, sehr aufgeschlossen und wissbegierig.

Um 12 Uhr 30 ist der Festakt und die Preisverleihung offiziell zu Ende gegangen.

12 Uhr 30: Der Festakt und die Preisverleihung sind vorüber; es ist vollbracht ;-)).


Zum Vergrößern des Bildes bitte auf das Bild klicken!

Im linken Bild erkennt man übrigens, flotten Schrittes zum Ausgang eilend, Prof. Dr. Tim Saldritt, Lehrstuhlinhaber und Leiter des Instituts für Röntgenphysik in Göttingen. Wir haben uns am Vorabend gut mit ihm unterhalten. Da Prof. Saldritt in München sein Grund- und Post-Graduierten-Studium absolviert hat und als Röntgenphysiker auch keine Vorbehalte gegen Ärzte kennt, hat er mich prompt am Vortag nach meiner Vorstellung auf meine Forschungen zu den bayerischen Pabonen angesprochen und ein tieferes Interesse an diesem Thema bekundet - voller Erstaunen darüber, wie diese von den Staufern und Wittelsbachern verpönte Sippe des bayerischen Hochadels, die entscheidend die Geschicke Bayerns über 200 Jahre beeinflusste, derart in Vergessenheit geraten konnte. Wir waren von diesem Engagement eines gelernten Naturwissenschaftlers an einem rein geisteswissenschaftlich-historischen Thema positiv überrascht und nutzen an dieser Stelle die Gelegenheit, Herrn Prof. Dr. Saldritt für sein spontan geäußertes Interesse zu bedanken!

Es folgt nun zur Vervollständigung der Informationen das Abbild der Urkunde, die zur Medaille der Brüder Grimm übergeben wurde. Sie haben wir erst zuhause entrollt.

Die zur Brüder-Grimm-Medaille gehörige Urkunde.

Nachdem wir uns von Prof. Dr. Rexroth und all denjenigen verabschiedet haben, die wir anlässlich unseres kurzen Aufenthaltes in Göttingen kennenlernen durften, nutzen wir noch etwas die Zeit, die Altstadt von Göttingen zu besichtigen, ehe uns abends der ICE nach Hause zurückbringt.

 


Nach der Verabschiedung: Besuch der Stadtpfarrkirche St. Jakobi
 

Nun ist Zeit und Gelegenheit, uns im stillen Gebet beim HERRN, unserem guten GOTT, zu bedanken, ohne dessen Unterstützung diese hohe Auszeichnung gar nicht stattgefunden hätte!

Ausruhen in der Stadtpfarrkirche St. Jakobi, vom vorangehenden, für mich sehr anstrengenden Marsch durch die Stadt: "Kommt zu mir, die Ihr mühselig und beladen seid, ich will Euch erquicken!"

Im Presbyterium von St. Jakobi hat soeben eine Taufe stattgefunden!

Taufe in St. Jakobi.

Dem Taufkind, ein schon etwas älteres Mädchen, scheint es gut zu gehen; es blickt interessiert in die Runde seiner Verwandten.

[St. Jakoni in Wikipedia]

 


Ausklang in der katholischen St.-Michael-Kirche in Göttingen
 

Abends bleibt uns noch eine halbe Stunde Zeit, ein Konzert in der katholischen Michaelskirche von Göttingen anzuhören.

Notabene: Die Katholiken sind in Göttingen nur eine Minderheit, max. 13,5 % der Bevölkerung sind katholisch getauft, vermutlich nicht mehr als 5% sind praktizierende Katholiken.

So verfügt die katholische Pfarrgemeinde Göttingen nur über einen vergleichsweise bescheideneren Kirchenbau am Rand der Altstadt, der allerdings äußerst geschickt von einem zeitgenössischen Innenarchitekten in Szene gesetzt wurde - unter Prävalenz der Farbe "weiß" (vgl. unten).

In diesem Kirchenraum, der für mich als Katholiken eine Art von geistlich-religiöser Heimat in einer protestantisch und inzwischen auch islamistisch geprägten Region darstellt, gibt an diesem Abend der bekannte Göttinger Kirchenchor "proCant" ein Konzert mit moderner geistlicher Musik, z. T. mit Gospels und Jazzmusik, z. T. mit umfangreicheren Auszügen aus dem Musikal "Jesus Christ Superstar".

Schon lange vor dem Konzert bildet sich eine Menschenschlange vor der Diasporakirche St. Michael in Göttingen.

St. Michael mit dem Flammenschwert an der Fassade der Kirche wirft den Satan und das Böse aus den himmlischen Sphären (vgl. Off. 12, 7-9).

In der Kirche befindet sich eine wertvolle Ikone mit der Gottesmutter von Kasan, auch "Kasanskaja" genannt, welche natürlich Oksana als russisch-orthodoxe Christin besonders anspricht und ihr Gesten der Verehrung und Gebete abverlangt.

Oksana und die "Kasanskaja".

In Russland dürfen, ja müssen solche Ikonen beim Gebet berührt und geküsst werden! Oksana brennt auch drei Kerzchen an.

Den nüchternen und zwischenzeitlich profaniert gewesenen Kirchenraum von St. Michael, den die Pfarrgemeinde unter jesuitischer Leitung übernommen hat, prägt eine äußerst gelungene Renovierung. Alles ist in der Farbe "weiß" gehalten, selbst die Kirchenbänke, um möglichst für Helle zu sorgen. Die getünchten Wände lassen alle alten Mauernprofile noch erkennen und zur Wirkungen kommen, sie retouchierten also das Überkommene nicht weg, sondern lassen ihm seinen Rang, wie es sich gebührt. Diese Teile kontrastieren aber gut mit durchscheinenden Wänden aus zusammengesetzten Alabastertafeln, in den Fensterlaibungen und im Altarraum, dessen Chorwand obendrein sehr effektvoll erleuchtet wird. Diesen Raum prägt auch das durchscheinende moderne Kreuz mit kleiner zentraler Lichtquelle: "ex oriente lux"! Da aber in jeder katholischen Kirche auch ein leiblicher Kruzifixus erforderlich ist, hängt ein solcher in der traditionell-plastischen Form an der rechten Schiffswand.

Kurz vor dem Konzert.

Es folgt das Presbyterium in Vergrößerung: Der Volksaltar besteht aus einem schlichten Block aus Carrara-Marmor, der Ambo setzt sich aus mehreren Marmorkuben zusammen. Auf dem vorderen Kubus, der nach oben leicht abgeschrägt ist, wird nach der Verlesung des Evangeliums das Messbuch mit Prachtumschlag bis zum Ende der Messe gut sichtbar aufgestellt. Wir halten dies für eine gute Idee!

Der Leiter des Chores kommt.

 


Unser Abschluss: Das geistliche Konzert des Göttinger Chores "proCant"
 

Beim nachfolgenden Konzert mit dem gemischten Göttinger Chor "proCant" ist die Kirche brechend voll, selbst der letzte Stehplatz ist besetzt. Nach jedem musikalischen Abschnitt gibt es "standing ovations".

Dieser Kirchenbesuch und dieses Konzert sind sinnreicher Abschluss eines Ereignisses, das nicht nur aus der Übergabe einer bronzenen Medaille bestand, sondern aus noch viel mehr.

Möge nun uns alle - Preisträger wie Verleihende - der Segen Gottes in das weitere Leben begleiten!

 


Zum Abschluss noch einmal das Bleibende
 

"Unsere" Brüder-Grimm-Medaille 2025.

 


Anmerkungen
 

[1] Mimnermos, lat. Mimnermus, war ein griechischer Dichter aus der Zeit um 600 v. Chr., dessen Werke nur fragmentarisch erhalten sind. Er war wohl der erste, der die Elegie, an sich ein Klagelied oder Trauergesang, zum Träger seiner Liebesdichtung machte. [vgl. Mimnermos in Wikipedia]

[2] Am akustischen Stakkato des "Candidus, imperti!" - metrisch gesehen ein Daktylus und ein Anapäst in Kombination: ⏑ ⏑ - | - ⏑ ⏑ - erkennt man die Mächtigkeit der römischen Sprache und zugleich die dichterischen Qualitäten des Quintus Hortatius Flaccus (* 8. Dezember 65 v. CXhr, † 27. November 8. v. Chr.) , der zusammen mit Vergil, Properz, Tibull und Ovid zu den bedeutendsten Poeten der Augusteischen Zeit und zu den frühen Wegbereitern des Humanismus und Klassizismus zählt. Das Wort "candidus" wird von vielen Übersetzern adverbial übersetzt - ja von einigen sogar in diesem Sinn gefordert, in etwa als ein "lass es mich klar wissen". Ein solches Adverbiale hätte aber an dieser Stelle ein "candide" erfordert, was die Prosodie zwar möglich gemacht hätte, aber weder prägnant noch eindeutig gewesen wäre, da es auch einen Vokativ (Anredefall), bezogen auf einen gewissen "Candidus" (römischer Eigenname) hätte darstellen können. Horaz hatte keines von beiden im Sinn; dies wäre viel zu platt und ausdrucksarm gewesen!

Nein, ihm ging es am Ende seines ernsthaften Lehrgedichtes, nunmehr in feiner, aber schwungvoller Selbstironie, um einen munteren, fast lustigen Ausruf, verwirklicht durch einen schnell und prägnant zu lesenden und sprechenden Schlussatz, der mit dem Inhalt "Ohne Liebe und Humor ist alles nichts!" das eigentliche Thema des ernsthaft philosophischen Briefes um fast 180 Grad drehte. Wenn also Horaz hier klar "candidus" schrieb und das dopppeldeutige "candide" vermied, dann war das volle Absicht. Es ging dem Dichter gezielt um einen fast laut auszurufenden Kurzsatz als Einschub, mit einem Nominativ in doppelter Funktion, in den das "candidus" als Subjekt und Prädikatsnomen zugleich dient, in etwa im Sinn von "Du ist doch ein heller Kopf!" Dem folgte dann das ebenfalls nur dreisilbige, relativ harte "imperti", mit Betonung der längeren Endsilbe, im Sinn von "Dann leg' mal los!"

In nichts wird die Wortgewalt und Tiefsinnigkeit der lateinischen Sprache mehr verdeutlich als in diesem Zwischenruf "candidus imperti" am Ende des Horaz'schen Briefgedichts. Umso bedauerlicher ist es, dass das klassische Latein, diese vielleicht wichtigste Kultursprache der Menschheit, heute aus fast allen Schulen verbannt ist. So sind derart knappe, aber inhaltsreiche Idiome heute kaum noch jemandem zu vermitteln, Ausdrücke von herber Schönheit und Bündigkeit, die in der deutschen Übersetzung umständliche Umschreibungen mit viel zu vielen Wörtern und Begriffen erfordern. In diesem Zusammenhang verweisen wir den interessierten Leser auf die jene treffenden Worte Friedrich Nietzsches, die genau dieses Phänomen beschreiben. Sie finden sich am Anfang einer weiteren, von uns programmierten Gedicht-Seite, welche sich ebenfalls mit Horaz und seiner berühmtesten Ode "Carpe diem" befasst: [Carpe diem]

[3] Während das "istis" - "das da" - auf die Aussagen des vorangegangenen, längeren Gedichtes in Briefform verweist, überlässt der geniale Horaz mit dem drittletzten Wort "his" - "das Folgende" - den Leser seines moralisierenden Briefs, den er als "Candidus", d. h. als "Erleuchteten, strahlend Hellen, Aufgeklärten etc." bezeichnet - die Grundidee des nachfolgenden Briefgedichts selbst herauszufinden.

"Und dies ist in der Tat nicht schwer; sie lässt sich kurz in folgenden Worten ausdrücken:

'Um glücklich zu leben, bewahre Dir stets die Klarheit und Freiheit des Geistes, und zeige Dich unter allen Umständen als ein Mann, welcher gegenüber den Lockungen der Sinnlichkeit wie den Forderungern der Tugend stets das Rechte erkennt und tut!'"

Dies ist eine Interpretation, die wohl ihrer Zeit, aber vielleicht der heutigen nicht mehr ganz - oder aber bereits wieder erneut - entspricht! Umso mehr war sie es uns wert, hier zitiert zu werden, nach Dr. Georg Bippart, Drei Episteln des Q. Horatius Flaccus, Prag 1885, S. 27.

[4] Erst bei dieser Gelegenheit wurde ich an meine früheren Forschungen zu Abaelard und Heloïsa erinnert, die sehr weit zurückliegen. Ein Dutzend und mehr Jahre lang habe ich meine bayerischen Forschungsergebnisse für bedeutsamer gehalten als diese. So kam mir geraume Zeit nach dem geschilderten Erstkontakt mit Prof. Rexroth ein zwar kurzer, aber ketzerischer Gedanke: Warum hat eigentlich die Bayerische Akademie der Wissenschaften nicht bei mir angerufen, die es doch eigentlich viel nötiger als die Niedersächsische Akademie hätte, mich für einen Preis vorzuschlagen. Die Bayerische Akademie der Wissenschaften erscheint mir allerdings als eine personell sehr "aufgeblähte" Institiution, von der a priori nichts zu erwarten ist. Die Akademie lobt in Zusammenarbeit mit der "Kommission für Bayerische Landesgeschichte" zwar einige Preise aus, darunter sogar den sogenannten "Akademiepreis" für nicht-universitäre Forschung, mit ähnlicher Intention wie in Göttingen. Doch eine Verleihung an einen Historiker ist nur seltenst der Fall; außerdem hat keine Arbeit, die mit dem zum Akademiepreis versehen wurde, in der Vergangenheit die Geschichtsklitterung der jahrhundertelang herrschenden Wittelsbacher so auf das Korn genommen wie wir. Und seit Jahrzehnten hat dieser Preis auch keine echten geschichtlichen Themen mehr zum Inhalt, sondern er hat allenfalls Randgebiete der Geschichte gestreift, wobei speziell der der letzte "Geschichtspreis" 2023 weder an einen Fachfremden ging, noch freie Forschung widerspiegelte, sondern nach Meinung des Verfassers dieser Zeilen gezielt zeitpolitisch intendiert war.

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